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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Erinnerung an zerstörtes Bremen

21.04.2015

Bremen Hans Koschnick ist 15, als er seine Stadt in Trümmern liegen sieht. „Es war nur noch wenig Schule, die Stadt war kaputt“, erinnert sich der 86-Jährige an seine Rückkehr nach Bremen aus der Kinderlandverschickung Mitte 1944. Bremen ist eine der Städte, die am häufigsten aus der Luft angegriffen werden. Schon 1940 gibt es die ersten Luftangriffe. Doch erst ab August 1944 und vor allem in den letzten Kriegsmonaten wird die Stadt schwer getroffen.

„Wir haben noch Glück gehabt“, sagt der SPD-Politiker und spätere Bürgermeister rückblickend. Angriffsziel ist der Hafen im benachbarten Stadtteil Walle, der im August 1944 fast dem Erdboden gleich gemacht wird. „Die wollten die Anlagen treffen, aber auch den Arbeitern die Lebensqualität nehmen“, sagt Koschnick.

Nach seiner Rückkehr 1944 meldet sich Koschnick wie viele seiner Altersgenossen und Schulfreunde freiwillig zum Militärdienst. „Das war die Möglichkeit, der Waffen SS zu entgehen, dahin wollten wir alle nicht.“ Zuviel hat Koschnick nach eigenen Angaben damals schon erfahren. Und so beschäftigt ihn als 15-Jähriger eine Frage besonders: „Ist der Krieg bald zu Ende?“

Am 7. März 1945 kommt Koschnick zum Reichsarbeitsdienst. Mit anderen Jugendlichen wird er dort ausgebildet. „Wir sollten als Kampfverband die durchgebrochenen amerikanischen und englischen Panzer aufhalten.“ Doch zum Sprengeinsatz in Bremervörde kommt es für die Jugendlichen nicht mehr: „Ein alter Feldwebel hat keine Munition herausgegeben und gesagt, ’schick die Gören nach Hause’.“ Am 27. April 1945 schwiegen die Waffen in der Hansestadt. Am 2. Mai kommt er in englische Gefangenschaft. Erst Ende September 1945 ist Koschnick zurück in der Heimat.

Bremen und Bremerhaven (früher Wesermünde) sind zu dem Zeitpunkt längst amerikanische Enklave innerhalb der britischen Besatzungszone. „Damit fiel Bremen an den wirtschaftlich potentesten Sieger“, sagt Elmshäuser. „Das war ein ganz wichtiger Punkt zur Konsolidierung als Bundesland.“

Koschnicks Ehefrau Christine erlebt das Kriegsende in ihrem Heimatort im Sauerland. Die Amerikaner nehmen die Kleinstadt mit ihren 4000 Einwohnern bereits Ostern 1945 ein. „Es gab keine großen Kämpfe“, erinnert sich die 88-Jährige. Auch Bombennächte wie ihr Mann in Bremen hat sie nicht erlebt.

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