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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Kommunalwahl: Gegenwind aus eigenem politischen Lager

13.08.2016

Essen /Oldenburg Wenn am 11. September in Essen (Kreis Cloppenburg) ein neuer Bürgermeister gewählt wird, haben 7200 Bürger die Wahl zwischen drei Kandidaten. Das Pikante dabei: Zwei Kandidaten waren bis vor Kurzem in derselben Partei. Der eine, Heiner Kreßmann (53), trat aus der CDU aus und kandidiert nun als Einzelbewerber gegen den aussichtsreichen CDU-Kandidaten Clemens große Macke (57). Dritter Kandidat ist der Sozialdemokrat Detlef Kolde (54), der wiederum mit seinem Mitbewerber Kreßmann den Beruf teilt: Beide sind Polizisten. Kreßmann als Präventionsbeauftragter bei der Polizeiinspektion Cloppenburg, Kolde als Kriminalbeamter.

Warum hat der Christdemokrat große Macke nun Konkurrenz aus dem eigenen politischen Lager bekommen? Kreßmann war CDU-Fraktionsvorsitzender im Essener Gemeinderat, der erst nach große Mackes Nominierung aus der Partei austrat und sich spät zur Kandidatur entschloss.

Auswahl strittig

Die Kandidatur hätte ausgeschrieben werden müssen, so Kreßmann, der vom Auftritt der CDU bei der Nominierung eines Kandidaten nicht zufrieden gewesen ist. Ein Auswahlverfahren zur Bestimmung eines Kandidaten habe er vermisst. 453 Unterstützerunterschriften sammelte Kreßmann in kurzer Zeit, weitaus mehr als erforderlich.

Die Konkurrenz verunsichert große Macke indes nicht. Er hat sich nach eigenen Worten aus Heimatverbundenheit zur Kandidatur entschlossen. Und einen politischen Bedeutungsverlust nach 13 Jahren Landtagszugehörigkeit sieht er durch die Bürgermeister-Kandidatur auch nicht. Den Gegenwind aus der eigenen Partei bei der Nominierung kann er nicht nachvollziehen: „Bis zum 2. Juni bestand die Gelegenheit sich zur Wahl zu stellen“, erinnert er daran, dass er der einzige Kandidat war bei der Nominierung in Essen. Durch seinen Wahlkampf sehe er sich in seiner Entscheidung bestätigt. Integration, frühkindliche Bildung und der Ausbau der Breitbandverkabelung sind seine Themen.

Beim Minister beschwert

Kandidat Kolde wiederum, Kreistagsmitglied in Cloppenburg und im Gemeinderat Fraktionsvorsitzender, möchte für die Sozialdemokraten ein gutes Ergebnis herausholen, noch lieber aber Bürgermeister in seiner Heimatstadt werden. Im Jahr 2014 war er bei der Landratswahl in Cloppenburg Gegenkandidat von Johann Wimberg (CDU), der die Wahl haushoch für sich entschied. Für die Wahl in seiner Heimatgemeinde rechnet sich Kolde aber gute Chancen aus, bei drei Kandidaten könnte es für große Macke eng werden. Zumindest mit einer Stichwahl sei zu rechnen. Zu den Begleiterscheinungen des Wahlkampfs zählt eine Klage wegen übler Nachrede gegen Kolde. Der hatte nach einem im September 2015 veröffentlichten Leserbrief in der Nordwest-Zeitung den Verfasser Ferdinand Diedrich (Essen) als geistigen Brandstifter mit rechtsradikalen Gedanken bezeichnet. Diedrich (66) hatte in drei Fragen zur Flüchtlingsproblematik Stellung genommen: „Warum haut ihr alle ab? Warum kämpft ihr nicht, ihr seid doch so viele? Warum muss ich alsbald gegen euch kämpfen?“, hatte Diedrich geschrieben. Nach Koldes Antwort auf seiner Internet-Seite bekam Diedrich zahlreiche hämische Bemerkungen. „Im Herbst setzt sich das Braune durch“ war noch die harmloseste Replik, die Diedrich erfuhr.

Die Anzeige gegen Kolde ist niedergeschlagen worden. Kolde habe keine Schmähkritik geäußert, so die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Diedrich hat aber nicht locker gelassen: Er hat sich im Juli bei Innenminister Boris Pistorius (SPD) über Kolde beschwert. Ein Zwischenbescheid kam am Donnerstag. Die Beschwerdestelle der Polizei bearbeitet die Angelegenheit.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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