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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Gorleben und der Streit um Atommüll

16.04.2019

Gorleben Um den möglichen Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll wurde in Gorleben jahrzehntelang gestritten, am Montag hat die die letzte Phase des Rückbaus begonnen. Bei einer symbolischen Abschlussbefahrung des einstigen Erkundungsbergwerks sahen sich Politiker und Journalisten unter Tage an, wie der Offenhaltungsbetrieb in dem Salzstock aussieht. Gorleben soll als Standort für ein Endlager nun genauso behandelt werden wie jeder andere Ort.

„Die Fahrt soll unterstreichen, was schon alles zurückgebaut wurde“, sagte Monika Hotopp, Sprecherin der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Von neun geplanten Erkundungsbereichen sei einer fast fertig erkundet worden. „Dieser wurde in den vergangenen Jahren in einen Dornröschenschlaf versetzt. Das übrige Bergwerk wird offengehalten.“ So waren Tiefbohrmaschinen aus dem Bergwerk geholt worden, Bereiche wurden abgesperrt.

Vor der Fahrt in den Schacht wurde die Schutzmauer um das Bergwerk inmitten der lichten Kiefernwälder Lüchow-Dannenbergs geöffnet, sie soll in den kommenden Wochen fast vollständig abgerissen werden. Die BGE übergab ein Teilstück an den Landkreis und die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg, die seit Jahrzehnten gegen ein Endlager in Gorleben kämpft.

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte 1977 den Salzstock als Endlager vorgeschlagen. Das Vorhaben versprach dem strukturschwachen „Zonenrandgebiet“ Tausende Jobs und hohe Steuereinnahmen. Doch die Pläne stießen schnell auf erbitterten Widerstand. 2011 beschloss der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie. 2013 verabschiedete er dann das Standortauswahlgesetz, die Suche nach einem Endlager wurde wieder auf Null gesetzt. Im September 2017 startete die damals neu gegründete BGE das Standortauswahlverfahren neu.

„Die niedersächsische Landesregierung wird sich im weiteren Prozess dafür einsetzen, dass eine faire und ergebnisoffene Suche ohne Vorfestlegungen fortgeführt wird“, kündigte der niedersächsische Umweltstaatssekretär Frank Doods an. Seit dem Standortauswahlgesetz sei die Landkarte in Deutschland wieder weiß. Kein Ort sei als Endlager ausgeschlossen, betonte Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium.

Deutschlands hoch radioaktiver Atommüll soll unterirdisch endgelagert werden. Bis 2031 will der Bund dafür einen geeigneten Ort finden – mit maximaler Sicherheit für eine Million Jahre. Auf Basis festgeschriebener Kriterien suchen Experten entsprechende Regionen aus. Erste Ergebnisse sind für 2020 angekündigt. Die Entscheidung über einen Endlager-Standort treffen am Ende Bundestag und Bundesrat.

Bis heute sind laut BGE für das Projekt Gorleben Kosten in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro angefallen. Einst gab es im Bergwerk mehr als 200 Arbeitsplätze, jetzt sind es nur noch 20. „Bergleute gibt es hier nicht mehr“, sagte Werksleiter Frank-Holger Koch bei der Fahrt in rund 840 Meter Tiefe. Während einige Geologen Salzstöcke prinzipiell für geeignet halten, haben andere Experten Bedenken. Die Gegner von Gorleben führen etwa Kohlenwasserstoff- und Gasvorkommen ins Feld. Salz ist hitzebeständig. Es fließt und könnte so die Behälter einschließen. Dadurch ist aber eine mögliche Rückholung weitgehend ausgeschlossen.

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