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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Wenn die Nordsee zur Müllkippe wird

09.01.2019

Hannover Auch jenseits spektakulärer Schiffsunfälle bereitet der ökologische Zustand der Nordsee dem Umweltminister Olaf Lies (SPD, Sande) Sorgen. Der unter niedersächsischer Federführung erstellte nationale Zustandsbericht bescheinigt der Nordsee insgesamt eine „hohe Belastung“ der biologischen Vielfalt. Das kündigte der Politiker am Dienstag in Hannover an.

Zwar haben sich die Bestände von Kegelrobben und Seehunden erholt, dafür leiden die Bestände großer Fische wie Haie und Lachse.

Besonders leide das Meer unter Plastikmüll. Insbesondere bei Mikroplastikteilen gebe es eine großflächige Belastung – und diese sei trotz aller Anstrengungen bisher nicht besser geworden: Auf einem 100 Meter langen Strandabschnitt wurden bis zu 389 einzelne Müllteile gefunden, fast 90 Prozent bestanden aus Plastik. Wind und Wetter mahlen aus den großen Teilen winzige Plastikpartikel – mit noch unbekannten Folgen für Natur und Mensch.

Die niederländische Universität Wageningen fand in 95 Prozent der Mägen untersuchter Eissturmvögel Plastikteile. Im Schnitt zählten die Forscher 34 Teile, das entspreche übertragen auf einen Menschen einer Pausenbrotdose voller Plastik. Viele Vögel würden mit vollem Magen verhungern.

Ein weiteres ökologisches Problem der Nordsee ist der hohe Nährstoffeintrag, auch Eutrophierung genannt. Insbesondere in den Mündungen von Elbe, Ems, Weser und Eider werden zu hohe Werte für Stickstoff und Phosphor gemessen. Mit Gülleaufbereitungsanlagen und der ab Sommer geplanten Ausweisung „roter Gebiete“ mit besonders strengen Dünge­regeln für Landwirte wolle die Landesregierung die Belastung senken, kündigte Lies an.

Auch die Selbstreinigungskraft der Flüsse soll gefördert werden, insbesondere an der Ems-Mündung. Die Tidesteuerung durch das Ems-Sperrwerk soll dabei helfen. Ein großes Problem ist die Ablagerung von Sedimenten. Hier plant Niedersachsen gemeinsam mit den Niederlanden Forschungen, wie das in Flüssen und Häfen anfallendes Baggergut angesichts des Klimawandels für den Aufwuchs von Land oder die Stabilisierung des Deichvorlands genutzt werden könnte.

Die Grünen kritisierten, die Landesregierung tue zu wenig gegen den Meeresmüll und lasse Küstenkommunen und den Nationalpark mit dem Problem allein. „Die Landesregierung muss endlich konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Plastikflut zu stoppen und Müll zu vermeiden“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Imke Byl.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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