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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Warnung an Umweltminister Lies

16.05.2019

Hannover Vor dem Hintergrund einer von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies geplanten Finnland-Informationsreise zur Endlagerung hochradioaktiven Abfalls warnt der Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), Wolfram König, davor, die laufende Endlagersuche in Deutschland zu torpedieren. „Das Vorgehen Bayerns ist in keiner Weise hilfreich. Wenn das Schule macht, dass einzelne Länder Gesteinsformationen ausschließen, die bei ihnen selbst existieren, dann konterkariert es das gesamte Verfahren“, kritisiert König, dass in Bayern eine Koalitionsvereinbarung besteht, die das gesamte Bundesland als ungeeignet für den Standort eines Endlagers betrachtet.

Nun ist der SPD-Politiker Lies vom 27. bis 29. Mai mit einer Delegation in Finnland, „um sich im Rahmen der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland über Alternativen zum Wirtsgestein Ton und Salz zu informieren“, heißt es in der Ankündigung der Ministerreise. Und weiter: „Kristallin ist nach dem Standortauswahlgesetz neben Ton und Salz ein potenziell geeignetes Wirtsgestein für Atommüll.“ Insbesondere in Skandinavien würden Endlagerprojekte im kristallinen Wirtsgestein „sehr zügig vorangetrieben und definieren damit den Stand von Wissenschaft und Technik“.

Wichtig zu wissen: Kristallin, Granitgestein also, kommt in Deutschland vor allem in Bayern und Sachsen vor, während in Niedersachsen Ton und Salz vorherrschen. „Grundlage eines nachvollziehbaren und glaubwürdigen Standortauswahlverfahrens ist die ergebnisoffene Betrachtung aller drei Wirtsgesteine Ton, Salz und Granit auf Basis der gesetzlich festgelegten fachlichen Kriterien“, mahnt BfE-Chef König, während Minister Lies beteuert, dass Niedersachsen sich dafür einsetze, dass die Suche nach einem geeigneten Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle „ergebnisoffen“ geführt werde.

Lies stellt aber gleichzeitig klar: „Häufig wird der Blick sehr schnell wieder auf Salz und Ton gelenkt. Gerade in Finnland zeigt sich aber, dass kristallines Gestein eine echte Alternative darstellt. Ich werde sehr darauf drängen, sich in Deutschland nicht auf Salz und Ton zu beschränken, sondern gerade die Suche nach Kristallingestein als Grundlage für eine Standortsuche zu berücksichtigen und ernst zu nehmen.“

Deutschlands hoch radioaktiver Atommüll soll unterirdisch endgelagert werden. Bis 2031 will der Bund dafür einen geeigneten Ort finden – mit maximaler Sicherheit für eine Million Jahre. Auf Basis festgeschriebener Kriterien suchen Experten entsprechende Regionen aus. Erste Ergebnisse sind für 2020 angekündigt.

„Niedersachsen hat besonders von dem Konsens zum Standortauswahlverfahren profitiert“, betont König und meint damit, dass die Vor-Festlegung auf den Salzstock Gorleben als Endlager mit der Entscheidung für ein neues Suchverfahren vom Tisch war. Im September 2017 hatte die damals neu gegründete Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) das Standortauswahlverfahren neu gestartet. Kein Ort sei als Endlager ausgeschlossen, hatte Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium klargestellt.

Ehe einst die Vor-Festlegung auf Gorleben erfolgte, waren in Niedersachsen die Salzstöcke Wahn im Emsland, Lutterloh im Kreis Celle und Lichtenhorst im Kreis Nienburg favorisiert worden. Mit dem vereinbarten Neustart der Endlagersuche ist es nicht ausgeschlossen, dass neben anderen potenziellen Standorten auch die drei niedersächsischen Salzstöcke unter die Lupe genommen werden.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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