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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Kultusminister: „Wollen Teilhabe für jedes Kind“

27.03.2019

Hannover Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am Dienstag eine durchwachsene Bilanz bei der Umsetzung der inklusiven Schule gezogen. Zum gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Handicap sagte der SPD-Politiker: „Es ist vieles auf den Weg gebracht worden und gelungen, aber es liegt auch noch sehr viel harte Arbeit vor uns. Auch wenn wir auf einem guten Weg sind, ist das Ziel, die inklusive Schule überall und für alle Schulen zum Erfolgsmodell zu machen, noch nicht flächendeckend erreicht“, erklärte der Minister mit Blick auf die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention vor genau zehn Jahren.

„Unser Anspruch ist es, Teilhabe für jedes Kind zu ermöglichen“, betonte Tonne vor Journalisten in Hannover. Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf etwa beim Lernen oder der geistigen Entwicklung haben das Recht, ihre Kinder auf eine „normale“ Schule zu schicken. Im Jahr 2017 besuchten laut Ministerium 64,3 Prozent aller Schüler mit Unterstützungsbedarf eine reguläre Schule, vor vier Jahren waren es gerade mal knapp 45 Prozent. In den Jahrgängen eins bis neun wurden 2017 in Niedersachsen insgesamt 27 933 Schulkinder nach dem Inklusionsmodell unterrichtet. Mit 14 077 machten die Kinder mit Lernschwierigkeiten die größte Gruppe aus, gefolgt von Jungen und Mädchen mit Problemen im emotionalen und sozialen Bereich (5377).

Es sei falsch, so Tonne, die Inklusion als gescheitert darzustellen und die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Unterstützungsbedarf grundsätzlich infrage zu stellen. „In Niedersachsen sind alle Schulen inklusive Schulen“, betonte Tonne. „Das bedeutet ganz konkret: Kinder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf können von ihren Eltern an einer allgemeinen Regelschule angemeldet werden. Sie müssen nicht mehr zwangsläufig auf eine Förderschule gehen. Das ist ein gesellschaftlicher und bildungspolitischer Fortschritt. Eine Rückabwicklung der Inklusion ist nicht möglich und auch nicht wünschenswert“, unterstrich der für die Schulen in Niedersachsen zuständige Minister.

Probleme sehe er vor allem in der praktischen Umsetzung der Inklusion. Hier müsse angesetzt werden, um die Akzeptanz für die inklusive Schule weiter zu erhöhen. Tonne kündigte den Einsatz von Sonderpädagogen an allen Schulen, eine bessere sonderpädagogische Beratung der Lehrer und ein Konzept zum Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern an.

Der Philologenverband Niedersachsen, die Berufsvertretung der Gymnasiallehrer, setzt sich unterdessen weiterhin für den Erhalt der Förderschulen in einem gegliederten Schulwesen ein. „Unser Maßstab muss das Kindeswohl in Verbindung mit einer echten Wahlfreiheit für die Eltern sein. Wir wollen das Gelingen der Inklusion in Schule und Gesellschaft, aber dafür müssen wir sie breit aufstellen“, betonte Verbandsvorsitzender Horst Audritz. Und der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) kritisiert: „Die dringend gebotene Einrichtung multiprofessioneller Teams an allen Schulen erfolgt noch immer zu langsam und in nicht ausreichender Anzahl.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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