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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

371 rechte Straftaten in nur drei Monaten

03.09.2019

Hannover /Im Nordwesten Sonntag, 30. Juni: Die Tat ereignet sich in Hannovers Steintorviertel. Nicht die beste Gegend in der Landeshauptstadt. Drei Rassisten hetzen ihren Hund am frühen Abend gezielt auf einen Dunkelhäutigen, der gerade den Rettungsdienst bei einem Notfall unterstützt. Das Opfer erleidet laut Polizei wohl einen Biss in den Oberschenkel und ergreift umgehend die Flucht. Die drei Verdächtigen im Alter von 31, 33 und 42 Jahren sollen den Mann zudem rassistisch beleidigt haben, der Jüngste hat ein Hakenkreuz-Tattoo am Oberarm.

Ein übler Einzelfall in einer düsteren Ecke Hannovers? Keineswegs, wie ein Blick auf die aktuellen Zahlen der rechten Straftaten im zweiten Quartal dieses Jahres belegt. Hannover nimmt in der Statistik der rechtsmotivierten Straftaten in Niedersachsen mit 29 Fällen im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni dieses Jahres zwar einen unrühmlichen Spitzenplatz ein, allerdings zeigt die Statistik auch, dass Übergriffe aus dem rechten Spektrum nicht nur ein städtisches Problem sind, sondern durchaus auch auf dem Land vorkommen. So gab es im zweiten Quartal dieses Jahres selbst im beschaulichen Ammerland zwei Vorfälle dieser Art. In ganz Niedersachsen summieren sich die rechtsmotivierten Straftaten des zweiten Quartals 2019 laut Innenministerium auf 371 – ein deutlicher Anstieg zum Vergleichzeitraum des Vorjahres, dem zweiten Quartal 2018 also. Da waren es noch 309. Werfen wir einen Blick auf unsere Region, stellen sich die Zahlen wie folgt dar:

Oldenburger Land: Stadt Oldenburg 7 (Vorjahr 5), Kreis Oldenburg 5 (5), Ammerland 2 (Vorjahr 3), Cloppenburg 1 (5), Kreis Friesland 4 (5), Vechta 3 (3), Wesermarsch 6 (2), Delmenhorst 4 (4) und Wilhelmshaven 8 (9).

Ostfriesland: Aurich 5 (9), Kreis Leer 4 (5), Wittmund 6 (1), Stadt Emden 5 (6).

Osnabrücker Land: Kreis Osnabrück 10 (5), Stadt Osnabrück 6 (8).

Und noch einige Beispiel aus der Umgebung: Cuxhaven 12 (2), Emsland 13 (7), Grafschaft Bentheim 1 (7), Verden 8 (5).

Nach den Zahlen des Innenministeriums, die dieser Zeitung vorliegen, liegt in 100 Fällen der insgesamt 371 rechtsmotivierten Straftaten ein fremdenfeindlicher/rassistischer Hintergrund vor. 28 Taten haben einen antisemitischen, 16 einen islamfeindlichen Hintergrund. Insgesamt konnten zu den 371 rechten Straftaten 217 Tatverdächtige ermittelt werden, vorbehaltlich noch laufender Verfahren gab es bisher vier Verurteilungen. Die Zahlen gehen zurück auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Julia Willie Hamburg, Anja Piel, Belit Onay, Christian Meyer und Dragos Pancescu an die Landesregierung.

Unterdessen läuft aktuell noch eine weitere, mehr als 100 Fragen umfassende Grünen-Anfrage mit dem Titel „Licht ins Dunkel rechtsextremer Netzwerke in Niedersachsen bringen“. Dazu sagt Helge Limburg, Sprecher für Rechts- und Verfassungsfragen: „Wir brauchen in Niedersachsen eine starke Initiative gegen rechtsextreme Netzwerke und deren wachsende Gewaltbereitschaft.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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