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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Beleidigungen und Drohungen immer drastischer

14.02.2019

Hannover /Im Nordwesten Die Beleidigungen und Drohungen gegen Wolfsberater werden immer drastischer. Diese Erfahrung macht Raoul Reding. Im Gespräch mit der NWZ sagt der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen: „Fakt ist, dass die Anfeindungen durch die fanatischen Wolfsbefürworter deutlich krasser ausgeprägt sind als etwa durch Wolfsgegner.“ Der Ton werde immer schärfer und gehe „deutlich unter die Gürtellinie“. Betroffen seien aber nicht nur Wolfsberater, sondern auch bestimmte Gruppen von Landwirten und Jägern. Direkte Morddrohungen seien ihm zwar nicht bekannt, „aber das geht auf jeden Fall in die Richtung“, betont Reding.

Erst am Freitag hatte das niedersächsische Umweltministerium einen Wolfsberater im Landkreis Nienburg abberufen. Der Mann habe darum gebeten, von seinem Ehrenamt entbunden zu werden. Als Grund wurden zunehmende persönliche Anfeindungen von allen Seiten genannt. „Eine weitere Tätigkeit war aus Fürsorgegründen nicht mehr zu verantworten“, sagte eine Sprecherin.

Die Anfeindungen gegen den Wolfsberater waren eine Reaktion darauf, dass das Ministerium den Leitrüden des Rodewalder Wolfsrudels im Landkreis Nienburg zum Abschuss freigegeben hatte. Der Leitwolf riss trotz hoher Herdenschutzzäune Rinder und Ponys, deshalb sollte er getötet werden. Der „Freundeskreis freilebender Wölfe“ ging rechtlich gegen den geplanten Abschuss vor, eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg steht noch aus.

Anfeindungen, wie sie der Nienburger Wolfsberater erlebt hat, kennt auch Franz-Otto Müller, Vorsitzender des Naturschutzbundes und langjähriger Wolfsberater im Kreis Wesermarsch. „Ich habe anonyme Anrufe bekommen und bin derart angefeindet worden, dass ich keine Lust mehr hatte und voriges Jahr hingeschmissen habe. Und das im Ehrenamt, das muss ich nicht haben“, begründet Müller seinen Rückzug und beklagt gleichzeitig ein schlechtes Verhältnis zwischen Wolfsberatern und den Kreisen sowie Vertretern der Landwirtschaft, des Wolfsbüros, der zuständigen Behörden und der Landesjägerschaft. Es sei keine sachliche und fachliche Diskussion möglich gewesen.

Auch wenn er von Anfeindungen bisher verschont geblieben sei, so stellt Wolfsberater Jürgen Voigt aus dem Landkreis Oldenburg fest: „Wir Wolfsberater sind nicht besonders beliebt.“ Und sein Kollege Carsten Sauerwein erinnert sich: „Als vor einiger Zeit ein Wolf durch Wildeshausen schlich, begann die Stimmung sich schon aufzuheizen und Tierschützer warnten uns, dem Wolf bloß nichts zu tun.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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