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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Kriminalität: Immer mehr judenfeindliche Straftaten

14.02.2020

Hannover Die Polizei hat im vergangenen Jahr wegen deutlich mehr judenfeindlicher Straftaten in Niedersachsen ermittelt als in den Vorjahren. Insgesamt wurden 172 Ermittlungen gezählt – in den drei Jahren zuvor waren es jeweils 119 bis 127 Fälle. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor.

Die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen leiteten demnach 203 Verfahren zu Fällen mit antisemitischen Motiven ein. Die automatisierte Erfassung dieses Motivs gibt es erst seit Juli 2018: Im zweiten Halbjahr kamen damals 64 entsprechende Verfahren zusammen.

Seit rund drei Monaten hat Niedersachsen mit Franz Rainer Enste einen Antisemitismus-Beauftragten, der jüdisches Leben schützen soll. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, sagte im November, er glaube, dass antisemitische Straftaten früher häufig nicht als solche eingeordnet worden seien.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass der Zentralrat heute mehr antisemitische Botschaften bekomme als früher. Allerdings habe er nach dem rechtsextremen Attentat von Halle auch sehr viele Solidaritätsbekundungen bekommen, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“.

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