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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Mehr als 900 Schulen übergeben Brandbriefe

28.06.2019

Hannover Der Protest von Lehrern in Niedersachsen gegen zu hohe Arbeitsbelastung bei zu geringer Bezahlung hat am Donnerstag seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Rechtzeitig vor der Haushaltsklausur der Landesregierung an diesem Sonntag hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mehr als 900 Brandbriefe aus Schulen in ganz Niedersachsen an Kultusminister Grant Hendrik Tonne übergeben. Die GEW hatte die Schulen zuvor zu Personalversammlungen aufgerufen, um ihre Hauptkritikpunkte zu benennen und entsprechende Resolutionen zu verfassen, die jetzt im niedersächsischen Kultusministerium liegen. Hier sollen sie laut Minister Tonne aber nicht im Keller verschwinden, sondern würden „sehr ernst“ genommen, versicherte der SPD-Politiker.

„Die Zeit der Untätigkeit muss vorbei sein“, findet die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Der Protest gegen die Kultuspolitik der Landesregierung habe eine neue Größenordnung, schließlich seien 937 der etwas mehr als 3000 Schulen in Niedersachsen dem GEW-Aufruf gefolgt. Die Resolutionen der Kollegien stützten sich somit auf Forderungen von rund 32 000 Beschäftigten. Insgesamt arbeiten an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen etwa 70 000 Lehrer.

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Die Forderungen aus den Schulen sind laut GEW eindeutig: Sofortige Entlastung und bessere Bezahlung. „Der Stufenplan zur Gehaltsverbesserung von Grund-, Haupt- und Realschullehrkräften auf A 13 und E 13 existiert bisher nur als Ankündigung. Wo sind die lang erwarteten konkreten Maßnahmen?“, fragt Pooth und meint: „Im Grunde kann der Kultusminister mit Rückenwind in die Haushaltsklausur der Landesregierung am Wochenende gehen. Die GEW und die Kritik aus den Schulen stärken die Position, endlich mehr Geld für den Kultusetat zu bekommen.“

Kultusminister Tonne versichert, dass er den Hinweis mitnehme, den Kultusetat aufzustocken. Da stoße er im Übrigen auf großes Verständnis innerhalb der Landesregierung. Er hoffe, nach dem Wochenende ein entsprechendes Zeichen setzen zu können, dämpfte aber allzu große Erwartungen: „Wir können nur Jahr für Jahr nur einzelne Schritte realisieren.“ Grundvoraussetzung, um zu Entlastungen zu kommen, sei, dass die erforderliche Anzahl an Stellen vorhanden ist. „Da brauchen wir für das kommende Jahr einen spürbaren Anstieg“, nannte Tonne sein vorläufiges Kernziel.

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Dem bildungspolitischen Sprecher der oppositionellen FDP-Fraktion, Björn Försterling, reicht das nicht. „In den Haushaltsberatungen am Wochenende muss Minister Tonne durchsetzen, dass die niedersächsischen Lehrkräfte mit mindestens A 13 besoldet werden – und zwar nicht per Stufenplan, sondern sofort und alle“, fordert Försterling. Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, meint: „Das Alarmsignal zeigt deutlich, wie hoch die Belastung an den Schulen mittlerweile ist.“ Was die Schulen jetzt bräuchten, seien grundlegende Veränderungen bei der Arbeitszeitverordnung.

neuer Verband: Leitungen Niedersächsischer Grundschulen

Weil sich viele Grundschulleitungen von den bestehenden Verbänden und Gewerkschaften nicht ausreichend vertreten fühlen, haben sie jetzt den Verband „Leitungen Niedersächsischer Grundschulen e.V.“ (LNGS) gegründet. Der Verband zählt eigenen Angaben zufolge aktuell mehr als 50 Mitglieder aus ganz Niedersachsen.

Insbesondere die Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf, stelle die Grundschulen vor enorme Herausforderungen. Ebenso Fragestellungen von Migration und Sprachförderung. „Die Schulleitungen unterliegen einer Dauer-Überlastung aufgrund eines Spagats zwischen pädagogischer Schulentwicklung, Verwaltungsarbeit, Personalführung und Zuarbeit für den Schulträger“, betont Verbandsvorsitzende Simone Maibaum, Leiterin einer Grundschule im Harz.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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