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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Wie diese junge Frau der SPD auf die Beine helfen will

05.07.2019
Frage: Frau Kuipers, Sie bilden gemeinsam mit Jakob Blankenburg die Doppelspitze der Jusos in Niedersachsen – welches wäre Ihr Wunsch-Tandem für die SPD-Spitze in Berlin?

Juso-Chefin bereitet sich auf Abitur vor

Johanna Kuipers stammt aus Verden (Aller), wo sie ihr Abi machen will. Die 18-Jährige wurde am Wochenende in Osnabrück zur Juso-Landesvorsitzenden gewählt. Mit Jakob Blankenburg (21) bildet sie eine Doppelspitze.

Kuipers: Die Möglichkeit Bewerbungen einzureichen, ist erst seit Montag gegeben. Es wäre viel zu früh, irgendwelchen Kandidatinnen oder Kandidaten jetzt schon das Vertrauen auszusprechen. Gerade aber auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen uns deutlich genug, dass solche Entscheidungen nicht vorgegeben werden sollten. In diesem neuen Verfahren geht es darum, dass alle Mitglieder selbst entscheiden, wem sie zutrauen, unsere Partei zu repräsentieren. Wünschenswert wäre natürlich eine links orientierte und vor allem paritätisch besetzte Doppelspitze. Ich halte es für eine große Chance, da als Partei geschlossen rauszugehen.
Frage: Ministerpräsident Stephan Weil war in dieser Woche auf Sommerreise durch Niedersachsen und wurde immer wieder gefragt, ob er nicht den SPD-Vorsitz übernehmen möchte. Was würden Sie ihm raten?
Kuipers: Ich würde ihm raten, gut auf seine innere Stimme zu hören. Letztlich wird er die Frage für sich selbst klären müssen, ob er Interesse an dem Amt hat oder nicht. Daher macht es keinen Sinn, ihm eine Kandidatur in den Mund zu legen.
Frage: Kommen wir mal zu den Jusos in Niedersachsen: Wo wollen Sie in den nächsten Jahren Schwerpunkte setzen?
Kuipers: Zunächst haben wir uns inhaltlich vorgenommen, dass wir uns deutlich für ein sozial gerechtes Klimaschutzgesetz einsetzen wollen. Niedersachsen ist das einzige Bundesland ohne ein eigenes Klimaschutzgesetz und das kann definitiv so nicht weitergehen. Wir sehen, dass die Regierung dies schon seit Längerem vor sich herschiebt. Für uns ist klar, dass wir schnellstmöglich Veränderungen auf den Weg bringen müssen, damit eindeutige Ziele für Niedersachsen festgelegt werden. Einher geht damit auch unsere Forderung nach einem kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr. Es geht nicht nur darum, Emissionen zu sparen, sondern gesellschaftliche Teilhabe für alle zu sichern. In diesen Fragen werden wir eng mit der Landesregierung zusammenarbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.
Frage: Wie kann es gelingen, wieder mehr junge Leute für die SPD zu begeistern?
Kuipers: Ich glaube, ein Grundproblem der SPD ist, dass sie in der letzten Zeit versucht hat, es allen recht zu machen und dabei nicht klar thematisch Stellung bezogen hat. Das gilt genauso auch für Themen, die junge Menschen ansprechen, wie zum Beispiel Klimapolitik oder netzpolitische Themen. Wir sehen an Debatten um das Urheberrecht oder auch an den Fridays-for-Future-Demonstrationen, dass junge Menschen keineswegs unpolitisch sind. Wir verlieren uns zu sehr in dem alltäglichen Klein-Klein. Ich denke, wir müssen mit großen Visionen in die Zukunft schauen und das viel deutlicher nach außen tragen. Das löst natürlich aus, dass sich junge Menschen, die noch ihre ganze Zukunft vor sich haben, fragen, warum sie die SPD unterstützen sollen.
Alles das zeigt auch mehr als deutlich, dass wir unseren Erneuerungs-Prozess nicht auf personelle Entscheidungen reduzieren sollten, sondern dass wir unsere Inhalte fit fürs 21. Jahrhundert machen müssen.
Frage: Mal ehrlich: Werden Sie manchmal mitleidig angeschaut, wenn Sie sagen, dass Sie sich für die SPD engagieren?
Kuipers: Dass das Standing der SPD im Moment nicht leicht ist, ist kein Geheimnis. Auch die Europawahl hat deutlich gezeigt, dass die SPD für junge Menschen kaum noch existiert. Gerade unter Gleichaltrigen gibt es manchmal sehr verwunderte Blicke oder Kommentare. Parteien sind einfach nicht mehr das Mittel, sich politisch einzubringen und da müssen wir uns selbst auch kritisch reflektieren und diesen Zustand ändern. Aber genau das sind die Momente, die mich motivieren, weiterzumachen, um mich für ein besseres Standing der SPD einzusetzen.
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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