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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Neues Pflichtfach an Grundschulen in Niedersachsen

01.11.2019

Hannover /Oldenburg An einigen Grundschulen in Oldenburg, Osnabrück, Lemwerder, Delmenhorst, Bookholzberg, Vechta, Wiefelstede und Jever läuft bereits, was nach dem Willen des Kultusministeriums ab dem Schuljahr 2025/2026 an allen 1700 Grundschulen in Niedersachsen angeboten werden soll: Die Rede ist vom Unterrichtsfach „Werte und Normen“, das derzeit an insgesamt 40 niedersächsischen Grundschulen erprobt wird – offenbar mit so großem Erfolg, dass Kultusminister Grant Hendrik Tonne nicht nur plant, diese Alternative zum konfessionellen Religionsunterricht an den Pilotschulen weiterzuführen, sondern auf ganz Niedersachsen auszudehnen. Bisher wird „Werte und Normen“ erst ab dem fünften Schuljahrgang angeboten.

„Der Religionsunterricht ist als einziger Unterricht grundgesetzlich verankert und hat auch im niedersächsischen Schulgesetz einen besonderen Stellenwert. Daran wird auch nicht gerüttelt“, betont der SPD-Politiker Tonne und fügt hinzu: „Wir müssen aber die Realität zur Kenntnis nehmen, dass die religiös-konfessionelle Bindung abnimmt und rund zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler an Grundschulen an keinem Religionsunterricht teilnehmen. Mit dem Fach Werte und Normen möchten wir zukünftig Unterricht statt Betreuung anbieten für diejenigen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.“ Mit dem Alternativfach „Werte und Normen“ solle ein Angebot geschaffen werden, das die ethische Bildung dieser Kinder – quasi parallel zum konfessionellen Religionsunterricht – fördere. Es sei auch eine Frage der Gleichbehandlung, konfessionslosen Schülerinnen und Schülern ein mit dem konfessionellen Religionsunterricht vergleichbares Bildungsangebot zu unterbreiten.

Thematisch gehe es in dem Fach etwa um die Frage nach der Stellung der eigenen Person innerhalb der Gesellschaft, die Lösung von Konflikten, die sich auch aus Alltagssituationen ergeben können, sowie um die Förderung des eigenen Urteilsvermögens und der persönlichen Willensbildung.

Im Anschluss an die mit Ablauf dieses Schuljahres endende Erprobungsphase an den 40 Grundschulen soll „Werte und Normen“ bis zum Jahr 2025 Stück für Stück auf alle Grundschulen im Land ausgedehnt werden. Die Ausbildung der Lehrer soll vorrangig an der Uni Oldenburg erfolgen, wo es laut Kultusministerium Kapazitäten gibt, Lehrer und angehende Pädagogen auf das neue Unterrichtsfach an den Grundschulen vorzubereiten.

Besuchen Grundschulkinder keinen Religionsunterricht, sollen sie künftig verpflichtend im Fach „Werte und Normen“ unterrichtet werden. Ein Ersatzfach Ethik für Grundschüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, gibt es bislang in den Bundesländern Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Nach Angaben des Kultusministeriums ist der Anteil konfessionsloser Kinder an den Grundschulen in den vergangenen Jahren von sechs Prozent im Jahr 1985 über zwölf Prozent im Jahr 1995 und 20 Prozent in 2005 auf mittlerweile 25 Prozent gestiegen.

Der Landeselternrat (LER) begrüßt den Vorstoß aus dem Kultusministerium, dem der Koalitionspartner CDU noch zustimmen muss. „Das Unterrichtsfach Werte und Normen dürfte unbestritten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Kindern und Jugendlichen eine Orientierungshilfe zum Verständnis von Werten einer Gesellschaft und für ein tolerantes Miteinander zu geben“, ist LER-Vorsitzender Mike Finke überzeugt.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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