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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Atommüll wird 1000 Meter tief vergraben

09.08.2018

Hannover /Salzgitter Die Energiewende soll kommen, der Atomstrom gehen. Doch wohin mit dem radioaktiv belasteten Material, wenn Atomkraftwerke abgeschaltet und zurückgebaut werden? Zum Beispiel nach Salzgitter-Bleckenstedt. Dort, wo bis 1975 Eisenerz abgebaut wurde, entsteht rund 1000 Meter unter der Erdoberfläche derzeit für etwa 4,2 Milliarden Euro ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wie etwa Handschuhe und Kleidung oder auch Anlagen, die keiner unmittelbaren radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat sich am Mittwoch ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten gemacht, die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 geplant. Im weißen Schutzanzug, mit Helm auf dem Kopf und Atemschutzgerät über der Schulter ließ der Minister sich mit einem Fahrstuhl rund 1000 Meter in die Tiefe befördern und stellte anschließend fest: „Wenn man sich selbst ein fundiertes Urteil bilden will, muss man hier unten gewesen sein.“

Der Minister ist für das Bundesprojekt zwar nicht zuständig, erklärte aber im Anschluss die volle Unterstützung seitens des Landes Niedersachsen. Das Konzept sei durchdacht, und er sei davon überzeugt, dass die Sicherheit hier an erster Stelle stehe – sowohl jetzt beim Bau des Endlagers als auch später bei der Einlagerung des radioaktiv belasteten Materials.

Dr. Thomas Lautsch, Technischer Geschäftsführer der für den Bau zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung, bekräftigte, dass die ursprünglich für das Jahr 2022 und dann auf 2027 verschobene Fertigstellung „auf jeden Fall“ einzuhalten sei. Ist das Endlager fertig, sollen dort bis zu 303 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden können – unwiederbringlich. 17 Container täglich können über 40 Jahre lang in die neuen Bergwerkskammern eingebracht werden und bekommen unmittelbar nach ihrer Ankunft eine dicke Betonhülle verpasst, sodass sie nie wieder herausgeholt werden können.

„Dass die Container mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen nicht rückholbar eingelagert werden, ist die sicherste Variante“, findet Minister Lies. Für hochradioaktiv belastetes Material indes müssten andere Kriterien gelten.

Und was sagt Minister Lies den Konrad-Gegnern, die er am Nachmittag noch treffen wollte? „Wir haben einen großen Bedarf für Endlager wie diese, und wir sind auf dem richtigen Weg.“ Gleichzeitig fordert der Minister zum kritisch-konstruktiven Dialog auf, und Geschäftsführer Lautsch ermuntert Bürger und Kritiker zum Besuch der Baustelle. Rund 3000 Menschen machten davon jährlich Gebrauch. „Wir haben nichts zu verbergen“, betont Lautsch.

Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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