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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Jetzt wird es ernst vor der Kamera

10.10.2017

Hannover Richtig aufeinandergetroffenen sind sie in diesem Wahlkampf noch gar nicht: Auge in Auge, direkt gegenüberstehend. Für SPD-Ministerpräsident Stephan Weil und CDU-Herausforderer Bernd Althusmann wird’s an diesem Dienstagabend ab 21 Uhr ernst. Das TV-Duell im NDR rückt die beiden Matadore ins Scheinwerferlicht. „Ich werde mein Bestes geben“, verspricht Weil. Althusmann ist präpariert.

Online abstimmen MIT DEM dEBAT-o-mETER

Live zum TV-Duell können Sie auf NWZonline darüber abstimmen, welcher Kandidat sich im TV-Duell besser schlägt.

Neben dem Livestream zur Übertragung im Fernsehen am Dienstag ab 21 Uhr finden Sie ab 20 Uhr auf NWZonline das Debat-O-Meter, in dem Ihre Reaktionen ausgewertet werden.

Das Debat-O-Meter haben Wissenschaftler der Universität Freiburg entwickelt. Mit Plus- und Minus-Zeichen auf der Tastatur Ihres Smartphones, Tablets oder PCs können Sie in Echtzeit bewerten, wann ein Kandidat punktet. Eine Auswertung können Sie noch spät abends lesen, ebenfalls online auf:

    www.nwzonline.de

Bislang war’s ein Fernduell. Mit äußerst unterschiedlichen Strategien. Weil hat sich für die Kärrnertour entschieden. Direkt an der Basis. Mit unzähligen Bürgergesprächen „Auf ein Wort mit Stephan Weil“. Ein regelrechter Marathon-Lauf für den Hobbysportler.

Seit Jahresanfang schon beackert der Ministerpräsident jeden einzelnen Wahlkreis im Flächenland Niedersachsen. Manchmal hören nur 20 Leute zu. Egal. Weils Credo: „Es gibt eine spürbare Distanz zwischen Regierenden und Regierten. Ich will diese Distanz reduzieren. Politiker dürfen keine außergalaktischen Wesen sein. Deshalb gehe ich auf Augenhöhe in die Gespräche mit Bürgern. Es soll mein Beitrag sein, Politik-Verdrossenheit abzubauen.“

Weils Graswurzel-Konzept des langen Atems zeigt scheinbar Erfolg. Im Umfragen steigen die SPD-Werte, während die der CDU sinken. Und bei den persönlichen Sympathienoten hält der Ministerpräsident seinen Herausforderer auf Distanz. Weils Zustimmungsrate: 48 Prozent. Althusmann verharrt rund 25 Prozentpunkte dahinter. Ein weiter Abstand. Demoskopen bemängeln jedoch, das breite Beliebtheit erst bei Werten über 50 Prozent beginnt.

Die große Bühne ist wirklich nicht Weils Sache. Gerade vier Reden auf SPD-Großveranstaltungen stehen bis zum Wahltag am 15. Oktober im Terminkalender. Ansonsten nimmt der SPD-Chef auf der Bürgercouch Platz. Weils Botschaft: Mehr Gemeinschaftsgefühl statt Ellenbogengesellschaft, mehr Bildungschancen, kostenfreie Bildung von der Kita bis zum Studienabschluss, mehr Wohnungen, Digitalisierungsoffensive mit Internet bis zur letzten Milchkanne, Milliardenhilfen für Unis und Kliniken. Weil verhehlt nicht, dass er gern die rot-grüne Koalition fortsetzen würde. Aber der SPD-Politiker kann auch rechnen. Deshalb lässt Weil alle Koalitionsfragen offen – nur mit der AfD geht gar nichts.

An diesem Punkt versucht Althusmann den Amtsinhaber zu stellen. Kein Auftritt ohne die Schreckensvision von Rot/Rot/Grün. Rote-Socken-Kampagne xter Teil. Weil würde sich notfalls mit den Stimmen der Linken wieder ins Amt wählen lassen, warnt Althusmann, der seinerseits um die FDP dezidiert als Koalitionspartner wirbt und die Skepsis gegenüber den Grünen nicht unter den Tisch fallen lässt. Mit der AfD will auch Althusmann nichts zu tun haben.

Ansonsten pflegt der CDU-Herausforderer den klassischen Wahlkampf mit Großveranstaltungen. Fast immer an seiner Seite: Kanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Chefin muss bald jeden Straßenmeter in Niedersachsen kennen. In den letzten Tagen wirft sich Merkel gleich vier Mal – Seevetal, Vechta, Stade und Osnabrück – in den Kampf um die Landtagsmehrheit für die Union. Auch die CDU-Länderchefs Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland), Volker Bouffier (Hessen) und Armin Laschet (NRW) helfen Althusmann. Ex-Ministerpräsident David McAllister (CDU) ackert sogar beim Haustürwahlkampf mit.

Althusmanns Schwerpunkte: Innere Sicherheit und Bildung. Das Unterrichts-Chaos unter Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) an so mancher Schule spielen dem Herausforderer in die Karten. Immer wieder riesiger Beifall. Weitere Themen: Kaputte Straßen, bröckelnde Infrastruktur, Agrarpolitik auf dem Rücken der Bauern. Althusmann fordert eine Digitalisierungsoffensive. Unübertroffen das „Kompetenzteam“, ein Schattenkabinett aus zwölf Ministerinnen und Ministern in spe. Mit einer solchen Riege kann Weil nicht aufwarten. Die SPD hat diesen Wahlkampf nämlich nur auf einen einzigen zugeschnitten: Weil. Mit allen Risiken. Aber auch mit allen Chancen.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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