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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Ein Jahr vor der Landtagswahl: Rot-Grün wäre in Niedersachsen laut Umfrage derzeit möglich

20.10.2021

Hannover Wäre bereits am nächsten Sonntag Landtagswahl, könnte Rot-Grün wieder auf eine Regierungsmehrheit in Niedersachsen hoffen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Institut für Demoskopie in Allensbach am Mittwoch - rund ein Jahr vor der Landtagswahl - veröffentlicht hat. Mit der Regierungsarbeit der amtierenden großen Koalition scheinen die Menschen in Niedersachsen dennoch überwiegend zufrieden.

Im Auftrag der Drei Quellen Mediengruppe befragten Meinungsforscher im September und Oktober mehr als 1100 Bürgerinnen und Bürger zur politischen Lage im Land. Meinungsumfragen sind allerdings nur Momentaufnahmen und sagen nichts über das Wahlergebnis aus. Sie sind immer mit Unsicherheiten behaftet.

Demnach würden aktuell 34 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme der SPD geben, 26 Prozent der CDU. Die Grünen müssten gegenüber den letzten Umfragen Verluste hinnehmen und kämen auf 15 Prozent, die FDP könnte sich hingegen über ein zweistelliges Ergebnis (10 Prozent) freuen. Die AfD würde wieder mit 7 Prozent im Landtag vertreten sein, die Linke hingegen erneut an der 5-Prozent-Hürde scheitern (4 Prozent). 4 Prozent der Stimmen gingen demnach an andere Parteien.

Kämen SPD und Grüne zusammen auf 49 Prozent der Stimmen, hätten sie eine Mehrheit im Parlament, da Parteien mit weniger als 5 Prozent keine Sitze im Landtag erhalten. Denkbar wären bei diesen Werten auch eine große Koalition und verschiedene Dreierbündnisse.

„Betrachtet man die jüngsten Verschiebungen zwischen SPD und CDU, gehen diese vor allem auf veränderte Präferenzen bei den älteren Wählern zurück“, sagte Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei Quellen Mediengruppe am Mittwoch in Hannover. Die Frage sei nun, ob sich diese Verlagerungen etablierten oder ob es der Union gelinge, in dieser Gruppe wieder Boden gut zu machen.

Die amtierende Landesregierung wurde der Studie zufolge von den Niedersachsen überwiegend positiv bewertet. 43 Prozent äußerten sich zufrieden mit der Arbeit der großen Koalition, 24 Prozent zeigten sich kritisch. Jeder Dritte wollte kein klares Urteil fällen. 43 Prozent der Befragten gaben an, dass Niedersachsen im Rahmen seiner Möglichkeit gut dastehe. 37 Prozent waren jedoch der Auffassung, das Land könne mehr.

Diese Überzeugung habe vor allem bei den unter 30-Jährigen und den 45- bis 59-Jährigen dominiert, erklärte Schmidt. „Gerade diese beiden Altersgruppen thematisieren am vordringlichsten die Probleme des Landes: Bürokratie, Mieten, digitale Infrastruktur.“

Ein gutes Zeugnis stellten die Befragten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) aus. Unter den Niedersachsen, die ihn als Person erkannten (91 Prozent), genoss er bei 64 Prozent ein positives Ansehen. 43 Prozent waren mit der Arbeit von Weil zufrieden (2020: 46 Prozent), jeder Fünfte zeigte sich unzufrieden. 38 Prozent konnten sich keine abschließende Meinung bilden.Mit 41 Prozent der Befragten hielt eine relative Mehrheit Weil für den geeigneteren Ministerpräsidenten als seinen Gegenkandidaten Bernd Althusmann (CDU).

„Das liegt zum einen an seiner hohen Beliebtheit im eigenen Lager“, erklärte Schmidt. Althusmann kannten bei der Umfrage mit 78 Prozent gut drei Viertel Niedersachsen, 55 Prozent bewerteten ihn positiv. Allerdings wünschten sich derzeit nur 16 Prozent ihn als künftigen Ministerpräsidenten.Auffallend sei aber gewesen, dass bei der Ministerpräsidentenfrage nach wie vor die Gruppe der Unentschlossenen am größten gewesen sei, sagte Schmidt. Vor allem die unter 30-Jährigen hätten sich offenbar mit Weil und Althusmann schwergetan, hier hatten mit 53 Prozent mehr als die Hälfte keine Präferenz.

Nach Weil und Althusmann folgte bei den Beliebtheitswerten Innenminister Boris Pistorius (SPD) mit einem Bekanntheitsgrad von 74 Prozent, von denen ihn 53 Prozent positiv beurteilen. Dahinter lagen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Umweltminister Olaf Lies (SPD), Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Sozialministerin Daniela Behrens (SPD). Der einzige Politiker unter den „Top Ten“, der kein Minister ist, war Stefan Birkner (FDP).

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