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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Streit um Straßennamen spaltet Ort

29.01.2019

Hilgermissen Bernd Voß findet es ärgerlich, dass es in seinem Ort keine Straßennamen gibt. Ständig müsse er Kunden und Lieferanten den Weg erklären, weil die Navigationsgeräte seine Firma nicht finden, erzählt der 51-Jährige, der in der niedersächsischen Gemeinde Hilgermissen einen Betrieb für Bedachung und Fassadenbau leitet. Ihm zufolge werden manche Lieferungen zu spät oder falsch abgeladen, weil die Fahrer die Adresse nicht finden. Die schlechte Auffindbarkeit koste Zeit, Nerven und Geld.

Die Orientierung in Hilgermissen, das zur Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser gehört, ist für Ortsunkundige mitunter schwer. Straßennamen gibt es nicht und aufeinanderfolgende Hausnummern stehen nicht unbedingt nah beieinander. „Es gibt aufeinanderfolgende Hausnummern, die rund drei Kilometer voneinander entfernt sind“, erzählt Arne Röhrs, der sich mit Gleichgesinnten für Straßennamen einsetzt. Ob ihr Anliegen umgesetzt wird, zeigt sich am 3. Februar. Dann können knapp 1900 Wahlberechtigte abstimmen. ob der Ort Straßennamen bekommt.

Gemeindedirektor Wilfried Imgarten hofft, dass danach wieder Ruhe unter den fast 2200 Bürgerinnen und Bürgern einkehrt. „Die Gemeinde ist sehr gespalten in der Frage“, sagt er. Der Bürgermeister von Hilgermissen, Johann Hustedt, erlebt das ähnlich. „Es kocht zum Teil ziemlich hoch.“

Diskussionen über Straßennamen gibt es in Hilgermissen seit vielen Jahren. Bei einer Abstimmung im Jahr 2013 sprach sich eine Mehrheit von 60 Prozent dagegen aus. Rund drei Jahre später forderte der Arbeitskreis Dorfentwicklung, die Auffindbarkeit in der Gemeinde zu verbessern. Um passende Wege zu finden, wurde bei der Universität Osnabrück ein Gutachten bestellt. Dieses empfahl eine Adressbildung mit Straßennamen. Der Gemeinderat stimmte daraufhin im Jahr 2018 mit sieben zu fünf Stimmen für die Einführung von Straßennamen.

Zwei Männer und eine Frau initiierten daraufhin ein Bürgerbegehren. Sie verwiesen darauf, dass 2013 eine Mehrheit der Menschen in Hilgermissen Straßennamen abgelehnt hatte und sammelten Hunderte Unterschriften. So erreichten sie, dass die Bürgerinnen und Bürger Anfang Februar folgende Frage beantworten können: „Soll das Ergebnis der Bürgerbefragung von 2013 weiterhin Gültigkeit haben und deshalb keine Straßennamen in der Gemeinde Hilgermissen eingeführt werden?“ Das Ergebnis der Abstimmung ist zwei Jahre lang bindend.

Nach Einschätzung des Gemeindedirektors gibt es im Ort viele Menschen, die an den Ortsteilnamen hängen. Ihm zufolge müssten die Namen aber nicht unbedingt aus der Adresse verschwinden, sondern könnten in den Straßennamen auftauchen. Die Straßennamen-Gegner sehen das anders und verweisen auf andere Orte ohne Straßennamen. In der Tat gibt es bundesweit solche Dörfer.

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