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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Islamistische Prediger als Redegäste

16.09.2014

Osnabrück Als Sitz des Vereins „Afrikabrunnen“ ist ein Apartment in einem Osnabrücker Studentenwohnheim angegeben. Aus dem Umfeld ist zu hören, kurzzeitig habe ein „Afrikabrunnen“-Schild neben Weretyckis Namen an Klingel und Briefkasten geklebt. Seit vergangenem Freitag sei es jedoch verschwunden. Vorsitzender Rafael Weretycki sei ein ruhiger Mieter, viel Besuchsverkehr gebe es nicht, auch wenn dort offenbar ein Verein seinen Sitz habe.

Auf der Webseite des bekannten salafistischen Predigers Pierre Vogel wird explizit für „Afrikabrunnen“ geworben, weil sich die Hilfsleistungen des Vereins an Not leidende Muslime richteten, die auf diese Weise dem Missionsgeist christlicher Helfer entkommen könnten. Andernfalls „sterben unsere Geschwister als Kuffar (Ungläubige, Anm. d. Red.) und gehen für alle Ewigkeiten in die Hölle“, heißt es in dem Text. In ihn ist ein Video eingebettet, in dem Weretycki unter seinem islamischen Namen Khalil Abu Noah für seinen Verein wirbt – Titel: „Notruf an die Umma“ (Gemeinschaft der Muslime, Anm. d. Red.).

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes traten Vogel und Lau neben weiteren salafistischen Rednern im September 2013 beim „Brunnenfestival“ in Dortmund auf, einer von „Afrikabrunnen“ organisierten Benefizveranstaltung. Wie der WDR berichtete, ging es jedoch nur am Rande um Spendenaufrufe: Vielmehr sei konkret dafür geworben worden, gewaltsam für den salafistischen Islam einzutreten.

Für den Osnabrücker Salafismus-Forscher Raul Ceylan ist Weretycki klar der deutschen Salafistenszene zuzuordnen. Es sei jedoch schwierig zu beurteilen, inwiefern Spendengelder seines Vereins für Zwecke eingesetzt würden, die salafistischen Zielen dienten oder gar dschihadistische Kämpfer etwa in Syrien unterstützen würden. Hier zeige sich jedoch ein fundamentales Problem: „Muslime sind religiös zu Spenden verpflichtet“, sagte Ceylan. „Die Gefahr, dass sie unwissentlich womöglich unlauteren Organisationen Geld geben, ist groß“, erklärte der Islamwissenschaftler vom Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Ceylan riet deshalb den niedersächsischen Islamverbänden, gemeinsam mit dem Innenministerium eine Liste mit empfehlenswerten Hilfsorganisationen zu erstellen. So ließen sich dubiosen Spendensammlern die finanzielle Basis und der Eindruck von Legitimität entziehen.

Eigenen Angaben zufolge ist „Afrikabrunnen“ ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Die Gemeinnützigkeit, die Steuervergünstigungen mit sich bringt, sei über das Finanzamt geregelt, hieß es. Mit Verweis auf das Steuergeheimnis lehnte das Finanzamt eine Aussage zum Status des Vereins ab.

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