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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Israels Botschafter geißelt Antisemitismus in Niedersachsen

02.12.2016

Hannover Der Rektor des jüdischen Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, Professor Walter Homolka, hat Aussagen des israelischen Botschafters Yakov Hadas-Handelsman zu antisemitischen Tendenzen in Niedersachsen zurückgewiesen. „Man kann nicht sagen, dass Niedersachsen ein besonderer Ort des Antisemitismus ist“, sagte Homolka am Donnerstag in Hannover. Der Botschafter des Staates Israel in Berlin hatte zuvor in einem Gastbeitrag für die Online-Seite der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (haz.de) eine Reihe von Vorfällen angeführt, die ihn mit Sorge erfüllten.

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Hadas-Handelsman schrieb, die Affäre an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK), an der jahrelang ein Seminar mit israelkritischen und auch antisemitischen Tönen veranstaltet wurde, sei kein Einzelfall. Er nannte auch eine ursprünglich an der Universität Göttingen geplante Wanderausstellung zu Flucht und Vertreibung der Palästinenser. Die Ausstellung, die schließlich am Mittwochabend in einer privaten Galerie in Göttingen eröffnet worden ist, basiere „schlicht auf falscher Geschichtsschreibung“.

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Mitte November dieses Jahres habe eine Gruppe in der Delmenhorster Fußgängerzone einen Infotisch aufgebaut, „um eine Abstimmung über die Zukunft des jüdischen Staates abzuhalten“, so Hadas-Handelsman weiter. Das Ergebnis hätten die Initiatoren gleich vorweggenommen: „Israel ist illegal.“ Für den Botschafter ist dies ein unerhörter Vorgang.

Der Botschafter nahm sich auch die Geschehnisse um den Oldenburger Lehrer Christoph Glanz und dessen israel-kritischen Bericht zur Brust. Der Pädagoge an der IGS-Flötenteich und Mitglied der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte in dem Artikel für die Mitgliederzeitschrift „Paed-Ol“ seine Aktivitäten für die Kampagne BDS beschrieben.

„Dieser Lehrer verbreitete öffentlich auch den Vorschlag, Israel nach Baden-Württemberg zu verlegen. Aber das ist noch nicht alles. Ebenfalls in Oldenburg wollten die Organisatoren einer Gedenkveranstaltung an die Novemberpogrome 1938 den Teilnehmern untersagen, Flaggen mit Davidstern mitzubringen“, empörte sich Hadas-Handelsman.

Homolka, der zeitweise liberaler Landesrabbiner in Niedersachsen war, sagte dagegen, die Bewältigung des Antisemitismus-Skandals an der Hildesheimer Hochschule zeige, dass das Land die jüdische Kritik aufgenommen und die Sache durch zwei Gutachten geklärt habe. „Das kann man an dem Ergebnis ablesen.“ Der Botschafter sei „ein bisschen hart mit Niedersachsen umgegangen“, sagte Homolka am Rande der Feier zur Einführung zweier jüdischer Rabbiner und eines Kantors.

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