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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Jetzt warten große Herausforderungen

18.05.2017

Oldenburg Als bei der EWE 2012 ein neuer Aufsichtsratschef gesucht wurde, wollte man bewusst neue Wege gehen: Kein Landrat oder Bürgermeister sollte es sein, sondern ein Wirtschaftsfachmann. Ein Kandidat von außen. Jemand, der nicht unter parteipolitisches oder geografisches Proporzdenken fiel. Umso größer war die Freude, als man mit dem damaligen Chef der Bremer Landesbank, Stephan-Andreas Kaulvers, genau solch einen Kandidaten fand.

Und nun, fünf Jahre später, die Rolle rückwärts. Kaulvers geht vorzeitig und seine Nachfolge wird höchstwahrscheinlich Bernhard Bramlage antreten: Von 2001 bis 2016 Landrat im Landkreis Leer, SPD-Politiker, bislang 4. stellvertretender Vorsitzender im EWE-Aufsichtsrat.

Das muss nicht zwingend eine falsche Wahl sein. Aber es ist eine Entscheidung, die das oberste EWE-Kontrollgremium angreifbarer macht und eben nicht mehr Unabhängigkeit vermittelt. Da hilft es auch wenig, dass mit Henning Deters und Jürgen Löcke wieder zwei externe Wirtschaftsfachleute in den Aufsichtsrat einziehen – zwei von 20.

Lesen Sie hier ein Spezial zu den Skandalen bei der EWE

Denn es ist mitnichten so, dass nur der Konzern und seine Führung im Zuge der Spendenaffäre und der Entlassung von Vorstandschef Matthias Brückmann, der Spitzelaffäre sowie der Korruptionsvorwürfe bei EWE Netz die größte Krise in der Konzerngeschichte durchmachen. Auch der Aufsichtsrat selbst ist in die Diskussion geraten, erst jüngst durch die Debatte um „Verdi“-Mitglieder in dem Gremium, die ihre Vergütungen nicht abgeführt haben.

Der EWE-Aufsichtsrat steht vor großen Herausforderungen: Er muss die Korruptionsvorwürfe lückenlos aufklären. Er muss einen neuen strategischen Partner finden. Und nicht zuletzt muss er die vakanten Posten im Vorstand mit kompetenten Kräften besetzen, die länger als nur ein, zwei Jahre im Amt bleiben. Im Zuge der Spendenaffäre hat der Aufsichtsrat seine Kontrollfunktion wahrgenommen, Aufklärungswillen und letztendlich auch Konsequenz gezeigt. Will er glaubwürdig bleiben, muss er dies auch bei den anstehenden Herausforderungen unter Beweis stellen.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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