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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Gebietsreform: Ein Landkreis – vier Kennzeichen

31.12.2019

Jever /Varel Am 2. Januar 1980, vor genau 40 Jahren, war in der Zulassungsstelle des Landkreises Friesland in Jever viel los. Bürger standen dort Schlange, um das wenig geliebte Autokennzeichen mit WTM (Wittmund) loszuwerden und gegen das neue Kennzeichen mit FRI (Friesland) einzutauschen.

Die Kennzeichen-Tauscherei war Ergebnis der rückgängig gemachten Kreisreform, die den Kreis Friesland im August 1977 auf zwei Landkreise aufgeteilt hatte. Der nördliche Teil des (oldenburgischen) Landkreises Friesland war zum 1. August 1977 dem (ostfriesischen) Landkreis Wittmund zugeschlagen worden, eine heikle Sache. Die Bundesrepublik war Mitglied in der Europäischen Union, aber Oldenburg und Ostfriesland – das ging gar nicht.

Kurze Zeit Doppelkreis

Etwas weniger aufgeregt war man in Varel und der Friesischen Wehde (der Sammelbegriff für die politischen Gemeinden Bockhorn und Zetel). Die drei Gemeinden waren dem Ammerland zugeschlagen worden, das harmonisierte besser. Wegen der neuen Gebietszugehörigkeit gab es ab 1977 neue Autokennzeichen, WTM für den Kreis Friesland-Wittmund (mit Sitz in Wittmund) und WST für den Kreis Ammerland inklusive Bockhorn, Varel und Zetel.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Ab 17. Mai 1978 wurden FRI-Kennzeichen für Wittmund-Friesland ausgegeben – anstelle der WTM-Kennzeichen. Der Oberkreisdirektor des aufgelösten Landkreises Friesland, Dr. Eckart Bode, wechselte 1977 nach Wittmund und war dort für die kurze Existenz des oldenburgisch-ostfriesischen Doppelkreises Verwaltungschef. Es gab jedoch erheblichen Widerstand gegen die Kreisreform in Friesland, vor allem aus dem Jeverland. Bürger klagten, dann entschied im Februar 1979 der Niedersächsische Staatsgerichtshof in Bückeburg, dass die Aufteilung der Landkreise falsch gewesen sei. Weder werde eine Ausrichtung auf Emden und Wilhelmshaven erreicht, noch würden Wirtschafts- und Lebensraum in Deckung gebracht. Allenfalls der Altkreis Wittmund hätte aufgeteilt werden dürfen, so die Richter in Bückeburg.

Zum 1. Januar 1980 wurde also rückabgewickelt. Oberkreisdirektor Dr. Bode wechselte zurück nach Jever, wo er sein altes Büro in der Kreisverwaltung bezog. Und in den Zulassungsstellen wurden als erste sichtbare Zeichen des Bürgerwillens WTM und WST „abgewählt“. 20 Autobesitzer in Jever wollten das verhasste WTM-Kennzeichen eintauschen gegen das neue FRI-Kennzeichen, und in Varel waren es sogar 60, die WST gegen FRI tauschen wollten. Seither gilt das FRI-Kennzeichen in der Kreispolitik als sakrosankt, das alte Kennzeichen JEV für Jever soll nicht als Traditionskennzeichen ausgegeben werden (wie etwa BRV - Bremervörde).

Es gab aber auch Ostfriesen, die FRI loswerden wollten und Anfang 1980 sehnsüchtig auf WTM-Kennzeichen warteten. Eine Zeit lang gab es also vier Autokennzeichen im Landkreis Friesland, ein echter Nummernsalat: die alten mit JEV für Jever (es gab vor 40 Jahren noch etwa 21000 Fahrzeuge mit JEV), FRI für den wiederhergestellten Landkreis Friesland, WTM für die friesländischen Autobesitzer aus dem Jeverland und 13 000 mit WST-Kennzeichen für die friesländischen Autobesitzer aus Bockhorn, Varel und Zetel.

Wenige JEV-Kennzeichen

Übrigens gibt es noch einige wenige Fahrzeuge, die das JEV-Kennzeichen haben (meist in der Landwirtschaft), das bis 1977 ausgegeben wurde. Und es gibt auch im Jeverland Fahrzeuge mit WTM und in der Friesischen Wehde sowie Varel Fahrzeuge mit dem WST-Kennzeichen. Wie viele, das vermag die Kreisverwaltung nicht mehr zu sagen. Mittlerweile darf man nämlich mit seinem Fahrzeug und Kennzeichen umziehen, ohne dass ein neues Kennzeichen erforderlich ist. Es handelt sich um wenige Oldtimer-Fahrzeuge und eben landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge oder Anhänger.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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