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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Klinikum Delmenhorst lehnt Mitschuld an Morden ab

20.12.2014

Oldenburg Bis Ende Januar soll die Beweisaufnahme abgeschlossen sein. „Aus Sicht der Kammer kann man sich vorstellen, dass das Verfahren im Februar abgeschlossen sein kann“, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann am Freitag. Dem Angeklagten droht bei einem Schuldspruch wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs eine lebenslange Haftstrafe.

Zwei Zeugen bestätigten am Montag im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg, dass das Klinikum Delmenhorst bereits unmittelbar nach der Festnahme von Niels H. im Jahr 2005 Listen mit den Todesfällen im Krankenhaus und den Dienstzeiten des Pflegers zusammengestellt hat. Zwei ehemalige Mitarbeiter des Klinikums Delmenhorst verweigerten die Aussage, weil gegen sie in Zusammenhang mit den Todesfällen ermittelt wird.

Das Klinikum Delmenhorst lehnt eine Mitverantwortung für die mutmaßliche Mordserie durch einen Ex-Krankenpfleger ab. „Ich denke, das war für Delmenhorst nicht zu sehen“, sagte der Anwalt des Klinikums, Erich Joester, bei einer Pressekonferenz am Freitag in Delmenhorst. Mordfälle durch Medikamente seien auch durch dichte Kontrollen nicht zu verhindern. „Sie können jederzeit im Krankenhaus auch mit Luft umgebracht werden.“ Entschädigungen für Angehörige von Opfern würden gezahlt, „wenn eine Mitschuld festgestellt wird“, erklärte Joester.

Die Geschäftsführerin des Klinikums, Sonja Drumm, betonte, dass nichts vertuscht werden solle. „Es geht um die Aufklärung einer Mordserie.“ Drumm sagte, der öffentliche Vorwurf, Mitarbeiter hätten bei den mutmaßlichen Taten von Niels H. weggesehen, sei falsch. Hinweise auf einen erhöhten Verbrauch des Medikaments Gilurytmal habe es nicht gegeben.

Mehr zum Krankenpfleger-Prozess in einem Spezial.

Die Staatsanwaltschaft deutete an, dass möglicherweise bald gegen mehr als die bekannten acht Mitarbeiter der Kliniken Oldenburg und Delmenhorst ermittelt wird.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte am Freitag die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Niedersächsischen Landtags. Schließlich gehe es nicht nur um das Versagen der Justiz, sondern auch um ein Versagen der Krankenhäuser, in denen der mutmaßliche Täter gearbeitet hat, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Auch müsse sich der Landtag damit beschäftigen, wie solche Tragödien künftig vermieden werden können.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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