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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Einwanderung: Land startet mit „Niedersachsen packt an“

08.01.2016

Hannover Was bedeuten schon Zahlen? Mehr als 100 000 Flüchtlinge sind 2015 nach Niedersachsen gekommen. Von einer „Riesenaufgabe“ wird Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hinterher auf der Auftaktkonferenz zu Integration („Niedersachsen packt an“) am Donnerstag vor Hunderten von Gästen reden.

Aber vorher wird’s ruhig. Sehr ruhig, als Moderator Yared Dibaba aus Ganderkesee Einblicke in sein Leben gibt. Auch er ist ein Flüchtling. Geboren in Äthiopien, „bin ich mit dem Krieg aufgewachsen“, erzählt Dibaba (46): „Ich bin mit Schüssen schlafen gegangen und habe morgens die Leichen gesehen.“

Minuten später sprechen begeisterte Kinder der internationalen Schule in Hannover in einem kurzen Film über ihre tollen Erlebnisse auf einer Schifffahrt. Auch ein kleines schwarzes Mädchen meldet sich: „Auch ich bin schon mal mit dem Schiff gefahren. Mein Bruder ist dabei gestorben.“ Es ist still im Saal. Manche müssen schlucken. Schicksale bekommen ein Gesicht.

„Gesicht zeigen und Haltung bewahren“ – das wünscht sich der Niedersachse Dibaba von den kommenden Integrations-Konferenzen. „Wir haben kein Interesse an Laberrunden, wir wollen ganz konkret werden“, verspricht Weil. Ein Quartett hat den Anstoß gegeben: die beiden großen Kirchen, der Gewerkschaftsbund und der Unternehmerverband. Von ihnen kam die Idee zu „Niedersachsen packt an“.

Die Bandbreite reicht mittlerweile quer durch alle Bereiche: Die Parteien sind an Bord, Kommunen, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Spitzenorganisationen, Jugendverbände, Künstler, Autoren, TV-Stars, der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind, und die Geschäftsführerin der Emder Kunsthalle, Eske Nannen. Mehr als 50 000 helfen als Ehrenamtliche. Unterm Strich: mehr als 1400 Einzelpersonen und 100 Institutionen.

„Es gibt keinen Masterplan“, setzt der Ministerpräsident auf Impulse von unten, um trotz des Zustroms neuer Menschen die wichtigsten vier Herausforderungen anzupacken: Unterbringung, Sprachkurse, Ausbildung und Arbeit. „Denn viele werden bleiben“, betont Weil, der aber auch im Dialog über die Sorgen und Ängste von Bürger sprechen will. „Solche Bürger dürfen wir nicht gleich in eine bestimmte Ecke stellen“, warnt Weil: „Wir wollen eine mitfühlende Gesellschaft bleiben.“ Für alle.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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