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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Meldesystem soll Mordserie verhindern

26.04.2016

Hannover /Oldenburg Ein zweiter Fall Niels Högel soll in niedersächsischen Krankenhäusern nicht möglich sein. Der Sonderausschuss des Landtags für mehr Patientensicherheit hat ein ganzes Bündel von Empfehlungen erarbeitet, um Mordserien wie im Klinikum Delmenhorst zu verhindern oder schneller entdecken zu können.

Dazu gehören genauere und häufigere Leichenschauen, zwingende Blutentnahmen nach Todesfällen, regelmäßige Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen, anonyme Meldesysteme für Mitarbeiter, die Einführung von Stationsapothekern und Arzneimittelkommissionen in Kliniken und die Pflichtschulungen von Pflegkräften.

Der Entwurf des Abschlussberichts liegt der NWZ  bereits vor. Er soll am Mittwoch in Hannover beschlossen und voraussichtlich im Juni dem Landtag vorgelegt werden. Ob und wie Empfehlungen des Sonderausschusses umgesetzt werden, ist Sache des Parlaments und der Landesregierung. Dazu wäre in vielen Fällen eine Änderung des Krankenhausgesetzes notwendig. Einige Vorschläge – wie die ehrenamtlichen Patientenfürsprecher in Kliniken oder der Patientenschutzbeauftragte auf Landesebene – sind bereits umgesetzt.

„Wenn ein Teil unserer Vorschläge angenommen und umgesetzt würde, dann würde ich mich als Patient auf jeden Fall sicherer fühlen“, sagte der Abgeordnete Thomas Schremmer, Mitglied der Grünen im Ausschuss, am Montag. Wichtig seien die internen Kommunikationsabläufe in den Kliniken. „Kommunikation heißt auch immer Kontrolle und Selbstkontrolle innerhalb des Systems.“

SPD-Fraktionsvize Uwe Schwarz erklärte, der Ausschuss habe sich in den vergangenen Monaten damit befasst, an welcher Stelle der Gesetzgeber auf Landes- und Bundesebene Korrekturen vornehmen könne, um das Risiko für Fälle wie den von Niels Högel zu minimieren.

Der Ex-Krankenpfleger hatte Schwerkranken auf der Intensivstation des Klinikums Delmenhorst ein Herzmedikament gespritzt, das in einigen Fällen tödlich wirkte. Wegen fünf Taten sitzt Högel bereits lebenslang in Haft. Vor Gericht hatte er sogar 90 Tötungsversuche gestanden, bei denen bis zu 30 Patienten gestorben sein sollen.

Der Ausschuss-Bericht umfasst 45 Seiten mit rund 20 konkreten Vorschlägen.


Lesen Sie ein Spezial zum Thema unter   www.nwzonline.de/krankenpfleger-prozess 
Lesen Sie den ganzen Abschlussbericht unter   bit.ly/nwz-abschlussbericht 
Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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Klinikum Delmenhorst | SPD

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