Leer Soldaten aus Ostfriesland könnten als Teil einer schnellen Eingreiftruppe der Nato auch im Baltikum eine Rolle spielen. Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst im ostfriesischen Leer habe Erfahrungen im Ausland und sei hoch gefragt, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch bei einem Truppenbesuch. „Im Baltikum rechnet man fest mit der Leistung dieser schnellen Eingreifkräfte der Sanität“, sagte von der Leyen. Die Ministerin war zuvor von einer Baltikum-Reise zurückgekehrt und gleich nach Leer weiter geflogen.
Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise unterstützt die Bundeswehr die baltischen Staaten bereits mit Luftraumüberwachung, Ausbildung, Manövern und demnächst auch mit Transportpanzern und -haubitzen. Die Balten wünschen zudem eine ständige Truppenstationierung der Nato. Das Bündnis lehnt das jedoch ab und setzt stattdessen auf die Bildung einer schneller Eingreiftruppe. Diese soll im Ernstfall innerhalb von zwei bis sieben Tagen einsatzfähig sein.
„Die Sanitäter sind Teil der schnellen Speerspitze der Nato, die vor allem für die östlichen Partner Sicherheit schaffen soll“, sagte von der Leyen in Leer. Das Kommando umfasse bis zu 1000 Soldaten und könne unter schwierigen Bedingungen hoch professionell arbeiten.
Vor den Augen der Ministerin trainierten Sanitätssoldaten den Aufbau von mobilen Rettungszentren zur medizinischen Versorgung von Schwerverletzten. Dazu gehört auch ein Operationszelt, das zerlegt auf eine Palette passt und von einem Hubschrauber transportiert wird. Die zehnköpfige Besatzung kann es innerhalb von 30 Minuten aufbauen und zwei Verletzte notfallchirurgisch behandeln.