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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Medizin: Ministerin wirbt um Bereitschaft zur Organspende

08.06.2015

Hannover Die eigene Haltung zum Thema Organspende sollte man möglichst schriftlich festhalten. Dazu haben Politiker, Verbände und Prominente am Sonnabend in Hannover aufgerufen. Dort fand die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende statt. „Man sollte auch immer bedenken, dass man auch Angehörige entlastet“, sagte Axel Rahmel, der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organspende (DSO).

Ohne schriftliche Erklärung – beispielsweise auf einem Organspendeausweis – seien trauernde Verwandte nach dem Tod eines Menschen auch noch damit konfrontiert, ob Organe gespendet werden sollen. Rahmel wies darauf hin, dass sich unsichere Angehörige meist gegen eine Organspende entscheiden. Aber auch ein klares „Nein“ zur Organspende sollte festgehalten werden.

Es sei wichtig, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, sagte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Jeder Mensch könne ohne jede Vorwarnung schwer erkranken und auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan angewiesen sein. Sie forderte die Menschen auf, sich einen Ausweis zu holen.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hatten 35 Prozent der Befragten zuletzt einen Organspendeausweis. Nach Manipulationen an Wartelisten wie etwa 2012 in Göttingen war die Spendenbereitschaft deutlich zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten 2015 war die Zahl der Organspender erstmals seit Jahren wieder gestiegen. Dennoch warten mehr als 10 000 schwer kranke Menschen in Deutschland auf eine Transplantation, die meisten auf eine neue Niere.

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