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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

„Mit Briefkopf Sponsoren geworben“

25.02.2014

Hannover Einen Pudding an die Wand zu nageln, ist leichter als klare Auskünfte von einem EU-Kommissar zu bekommen. Nach Kräften müht sich Richterin Renata Bürgel im Bestechungsprozess gegen Christian Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker und den mitangeklagten Party-Manager Manfred Schmidt, etwas aus Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger herauszubekommen. Der Baden-Württemberger soll Hintergründe zu den umstrittenen Promi-Partys („Nord-Süd-Dialog“) zwischen 2007 und 2009 schildern. Ein schwieriges Unterfangen.

Damals feierten Niedersachsen und Baden-Württemberger zweimal in Hannover und einmal in Stuttgart mit Tausenden Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Glaeseker soll für den Veranstalter Schmidt zahlreiche Sponsoren besorgt und im Gegenzug von Schmidt Gratis-Urlaube spendiert bekommen haben.

Oettingers Antworten fallen langatmig und kleinteilig aus. Nach zwei Stunden schält sich aber ein klarer Kern heraus: Der damalige Ministerpräsident und seine Mitarbeiter warben weit intensiver um Geldgeber für die Mega-Sausen als sein Amtskollege Christian Wulff oder der Sprecher der niedersächsischen Landesregierung, Glaeseker. „Jawohl, die Party-Idee fanden wir gut – und dafür gaben wir unseren Briefkopf her“, bestätigt Oettinger. Ob Bosch, Porsche oder andere Konzerne in Baden-Württemberg – „es gab natürlich Überlegungen, welche Sponsoren könnten passen“, schildert der CDU-Politiker sein damaliges Engagement für die eigentlich „privat“ von Schmidt organisierten Veranstaltungen. Und: „Ab und zu habe ich auch Briefe geschrieben.“ Oettinger fühlte sich damals wohl auch als Schirmherr der Partys an der Ehre gepackt: „Wir wollten alles tun für den Erfolg!“

Dafür legte sich offensichtlich die gesamte Stuttgarter Staatskanzlei ins Zeug. Bisher versuchten die Schwaben mit dem Zeugen-Auftritt von Ex-Regierungssprecher Christoph Dahl einen anderen Eindruck zu hinterlassen. Doch Oettinger korrigiert seinen ehemaligen Vertrauten. Dahl habe auf Anweisung sogar Sponsoren „abtelefonieren“ müssen, und er habe sich selbst „alle 14 Tage“ Einladungslisten und Sponsorenzusagen vorlegen lassen. Auf den Erfolg ist Oettinger noch heute stolz: „Es war ein Volksfest mit Maultaschen, Trollinger, Tischfußball, Kunst, Kultur und Pop – eine volkstümliche Begegnung.“

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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