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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Offenes Ohr für Probleme der Kranken

26.07.2016

Hannover /Oldenburg /Delmenhorst Der neue Patientenschutzbeauftragte Peter Wüst (60) ist im Gesundheitsministerium nicht nur für Kranke und ihre Angehörigen da, auch Ärzte oder Pfleger können sich bei ihm melden, wenn sie den Verdacht haben sollten, dass an ihrem Arbeitsplatz etwas schief läuft.

Grund sind die Morde des Krankenpflegers Niels Högel am Klinikum Delmenhorst und dem Klinikum Oldenburg. Nach Überzeugung der Ermittler lagen den damals Verantwortlichen frühzeitig Hinweise auf die Taten vor. Gegen acht Klinik-Mitarbeiter laufen Ermittlungen wegen Totschlags durch Unterlassen.

Der Landtag hatte nach der beispiellosen Mordserie in einem Sonderausschuss Strategien entwickelt, wie Patienten vor Übergriffen besser geschützt werden können. Vorgeschlagen wurden unter anderem psychologische Eignungstests vor Beginn der Ausbildung zum Krankenpfleger.

Die Einstellung des Landesbeauftragten sei ein Mosaikstein auf dem Weg zu einem besseren Patientenschutz, sagte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. Die SPD-Politikerin hatte sich zudem dafür ausgesprochen, dass künftig Blutentnahmen obligatorischer Teil der Leichenschau werden. Wie viele Patienten Niels Högel tötete, wird nie zu klären sein, weil das Herzmittel unter anderem bei feuerbestatteten Patienten nicht mehr nachzuweisen ist.

Die ausgebaute Kommunikation zwischen Patienten, Angehörigen sowie Pflegern und Ärzten sei ein wichtiger Weg, um Probleme im System zu erkennen, zu kommunizieren und abzubauen, sagte Peter Wüst. Daher ist er auch Koordinator der ehrenamtlichen Patientenfürsprecher, die jedes Krankenhaus in Niedersachsen benennen muss. Der Ministerin zufolge haben 149 der 185 Krankenhäuser inzwischen einen solchen unabhängigen Fürsprecher gemeldet. Einen Landespatientenschutzbeauftragten haben neben Niedersachsen die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Wüst sieht die Gefahr, dass kranke Menschen in Kliniken nur noch als Fälle, die abgearbeitet werden müssen, gesehen werden. „Patienten haben häufig das Gefühl, dass die Ärzte und das Pflegepersonal zu wenig Zeit haben“, sagte er. Dies habe mit der Schwierigkeit der Häuser zu tun, eine auskömmliche Finanzierung zu erreichen.

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