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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

„Die Predigthaltung verlassen“

07.12.2017

Oldenburg Die evangelische Kirche sei gut beraten, wenn sie die Kirchenmauern verlasse und mit neuen Kooperationspartnern an neue Orte gehe. Diese Meinung vertrat Irmgard Schwätzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf einem kirchlichen Adventsempfang in der Oldenburger Lambertikirche.

Gemeinsam mit Bürgervereinen, Volkshochschulen oder Theater, so die Festrednerin Schwätzer, könnten neue Formate der Kommunikation entwickelt und Menschen erreicht werden, die vorher nicht ansprechbar schienen. Hilfreich sei es, „wenn wir die Predigthaltung verlassen und stattdessen auch mal zuhören“. Dann komme man mit den Menschen ins Gespräch und könne feststellen, dass viele Menschen der Kirche etwas zu sagen hätten – „und nicht ausschließlich wir ihnen“.

Der Blick auf die mehr als 10 000 Veranstaltungen zum 500-jährigen Reformationsjubiläum habe gezeigt, dass die Kirche ein Teil der säkularen Gesellschaft sei. Um die Gesellschaft mit der Vielfalt von Lebensentwürfen und Chancen besser zu verstehen, sei es hilfreich, mehr danach zu fragen, was andere bewegt, als zu verkündigen.

Nachdenken müsse die Kirche aber auch über die sprachliche Gestaltung ihrer Inhalte und über die Kommunikationsmittel. Die Kirche müsse im digitalen Raum aktiv sein – sowohl im Sende- als auch im Empfangsmodus.

Bei allem Bemühen um eine lebendige Demokratie gebe es aber auch Grenzen, so Schwätzer. Auch in einer konsensorientierten Gesellschaft brauche es den Konflikt und den Einspruch – und zwar immer dann, „wenn Menschenwürde verletzt wird“.

Mit freundlichen Worten hatte sich die Festrednerin zu Beginn ihres Vortrags an den zurückgetretenen Oldenburger Bischof Jan Janssen gewandt und ihren Respekt ausgedrückt. Sie habe ihn auf der EKD-Ebene als jemanden erlebt, der sich mit qualifizierten Beiträgen an der Diskussion aktueller Themen beteiligt habe.

Jan Janssen hatte in der Andacht zu Beginn des Empfangs darauf verwiesen, dass die evangelische Kirche im Oldenburger Land gute Erfahrungen auf neuen Wegen gemacht habe. Dabei stellte er besonders die gute Nachbarschaft mit den Kirchen in Bremen und Ostfriesland und die vertrauensvolle Ökumene mit der katholischen Kirche heraus.

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