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Aktualisiert vor 8 Minuten.

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A1 nach Unfall bei Stuhr voll gesperrt

NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Partystimmung mitten im Debakel

25.09.2017

Oldenburg Um Punkt 20 Uhr brandet großer Beifall auf im „Seelig“ in den Schlosshöfen. „Riesenapplaus für unseren neuen Bundestagsabgeordneten“, fordert der Sprecher. Der Aufforderung hätte es nicht bedurft. Denn trotz der niederschmetternden Niederlage der SPD im Bund gibt es hier Grund zum Jubeln. Dennis Rohde hat den Wahlkreis Oldenburg-Ammerland gewonnen. Rohde ruft den Feiernden zu: „Es ist uns gelungen, die Erststimme abzukoppeln von Zweitstimme und eine Personenwahl hinzukriegen.“ Das sei auch Lohn „von vier Jahren verlässlicher und harter Arbeit“.

Dann kündigt er den Gang in die Opposition an, was für ihn auch ein Kampf innerhalb der Opposition bedeute: gegen die AfD, die er hier als „Nazis“ und „Menschenhasser“ tituliert. Selbst dafür gibt es Beifall, allerdings nicht von allen. Alte Fahrensleute wie Wolfgang Wulf sehen diese Form des Umgangs skeptisch: „Der Weg für die SPD ist nun, noch bessere Arbeit zu leisten, das noch besser zu vermitteln und die Sorgen vieler Menschen ernster zu nehmen.“ Dann könne die Partei „regeneriert und gestärkt aus der Opposition hervorgehen“.

Für Sören Heinze, den Berliner Büroleiter von Rohde, ist der Erfolg „seines“ Kandidaten klar zu erklären: „Wir sind glaubwürdig, aktiv und ansprechbar. Wir haben das als Persönlichkeitswahl angelegt. Und wir haben vier Jahre konsequent die Politik aus den Hinterzimmern nach draußen geholt und uns nicht hinter hohlen Phrasen versteckt.

CDU siegt – und bangt

Die ersten Ergebnisse nahm Stephan Albani bei der CDU-Wahlparty im Bad Zwischenahner Ahrenshof noch mit ungläubiger Freude zur Kenntnis. „Diese Balken sind in unserem Wahlkreis doch eher selten“, meinte er. Mit weitem Abstand führte er zu diesem Zeitpunkt in den Erststimmen vor Dennis Rohde. Mit schrumpfendem Vorsprung wurde Albani angespannter und die Stimmen der CDU-Mitglieder im Ahrenshof leiser. Gegen 20 Uhr, als am Sieg von Rohde nicht mehr zu rütteln war, griff der Ammerländer Kreisvorsitzende Jens Nacke neben Albani zum Mikrofon. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob es für Albani über die Landesliste reichen würde. „Für den Wahlkreis hat es nicht gereicht, musste Nacke konstatieren. Und auch Albani musste zugeben: „Das Ergebnis auf Bundesebene macht uns nicht glücklich, ebenso wie die Erststimmen im Ammerland. Das steht in keinem Verhältnis zu dem was wir gegeben haben.“

Deutlicher in der Analyse wurde Barbara Woltmann, die dem Bundestag nicht mehr angehören wird und Oldenburg in Berlin nun etwas schlechter vertreten sieht. Das Flüchtlingsthema habe viele Wähler zur AfD getrieben und der CDU starke Verluste zugefügt. Auch der Kreisvorsitzende Olaf Klaukien sagte: „Man muss die Ängste ernst nehmen. Es sind doch nicht alle Wähler bekloppt, die die AfD wählen. Ich bin total gegen das AfD-Bashing.“

FDP ersteht im „Phönix“

Passender hätte die FDP nicht feiern können: Symbolkräftig hatte die Kreisvorsitzende Christiane Ratjen-Damerau frühzeitig das „Phönix“ für gebucht – und damit völlig richtig gelegen. Sie sagt: „Wir haben den Menschen wieder in den Vordergrund gestellt und seinen freien Willen. Die Menschen wollen nicht gegängelt werden.“ Das könne in den Koalitionsverhandlungen mit der „Hauptgängelungspartei, den Grünen, die alles vorschreiben wollen“, noch schwierig werden, teilte sie noch einen Seitenhieb aus. Andererseits sei es aber gut, dass die Grünen wieder dabei seien.

Ratjen-Damerau zeigte sich abgestoßen vom Umgang mit der AfD: „In den Podiumsdiskussionen ging es nur gegen die AfD. Das hat mich erschüttert. Wir müssen als Politiker schauen: Was ist der Wille des Volkes? Wir haben uns zu großen Teilen über den Willen des Volkes hinweggesetzt, und das sind die Folgen.“ Der FDP-Bundestagskandidat Nils Krummacker sagte: „Das ist ein sehr gutes FDP-Ergebnis, auch aus Oldenburger Sicht. Das bedeutet auch Schwung für die Landtagswahl. Eine FDP-Beteiligung wäre gut in Hannover, zum Beispiel auch mit Blick auf die Bildungspolitik.“

Grüne nicht enttäuscht

Keine Euphorie, aber auch keine Enttäuschung: Die Grünen freuten sich in der „Flänzburch“, dass sie mit 15,1 Prozent der Zweitstimmen in der Stadt ihr Ergebnis von vor vier Jahren wiederholen, ja sogar minimal toppen konnten. „Wenn man bedenkt, dass da jetzt mit der FDP und der AfD zwei Parteien mehr mitschwimmen, ist das schon okay“, meinte der Direktkandidat Peter Meiwald.

Dass es für ihn selbst nicht erneut für einen Sitz im Bundestag reichte, nahm Meiwald gelassen auf: „Es ist ein Mandat auf Zeit, das weiß man vorher.“

Das Gesamtergebnis zeige aus seiner Sicht, dass eine Große Koalition nicht gut für die Demokratie sei.

Ob die Grünen nun im Jamaika-Gewand in die Regierung einziehen, müssten die kommenden Gespräche zeigen. Wichtig sei vor allem mit Blick auf das AfD-Ergebnis, „dass wir uns mit dem Rechtsruck auseinandersetzen.“

Linke zufrieden

Sehr gut besucht war die Wahlpartie der Linken „Bei Beppo“ in der Auguststraße. Die Wahlkreise Oldenburg/Ammerland und Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund feierten ihr gutes Abschneiden in den Wahlkreisen. Besonders das Ergebnis in Oldenburg freute Holger Onken, auch wenn sich der Abend für Spitzenkandidatin Amira Mohamed Ali zur Zitterpartie entwickelte. Mit 6,5 Prozentpunkten hatte sie Chancen über die Liste einzuziehen. Der engagiert geführte Wahlkampf habe sich ausgezahlt. Bundesweit hätten sich die Linken allerdings ein besseres Ergebnis gewünscht.

AfD feiert Wahlerfolg

Am unbekannten Ort feierte die AfD ihren Erfolg – man fürchtete Repressalien für den Gastwirt. Mit dem Ergebnis ist Kandidat Andreas Paul zufrieden. Es sei gelungen, die Kräfte zu mobilisieren. Paul gegenüber der NWZ: „Ich bin stolz, so viel erreicht zu haben.“ Insgesamt sei alles „sehr gut gelaufen“.

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