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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Schockbilanz von 106 Toten löst neue Debatte aus

11.11.2017

Oldenburg /Delmenhorst /Hannover Die jüngsten Ermittlungsergebnisse bei den Klinikmorden in Oldenburg und Delmenhorst haben eine neue politische Debatte über den Patientenschutz ausgelöst. Die Grünen warfen der CDU vor, das vom Landtag beschlossene Maßnahmen-Paket zu blockieren.

„Dass die Taten von Niels H. so lange unentdeckt blieben, ist auch Folge der Arbeitsbedingungen in der Pflege und unzureichender Kontrollmechanismen – das haben die Untersuchungen des Sonderausschusses Patientensicherheit ergeben“, erklärte Grünen-Fraktionschefin Anja Piel am Freitag in Hannover. „Die Weigerung der CDU, an diesen Verhältnissen etwas zu ändern, ist gerade angesichts so vieler Opfer verantwortungslos.“

Piel wies darauf hin, dass als Ergebnis der Arbeit des Sonderausschusses zu den Morden interfraktionell ein Maßnahmenkatalog beschlossen worden sei, der unter anderem die Einführung von Stationsapothekern und ein Whistleblowing-System in Krankenhäusern vorsieht. „Mehr als zehn Jahre nach der größten Mordserie der Nachkriegsgeschichte müssen endlich gesetzliche Änderungen erfolgen, um derartige Taten in Zukunft zu verhindern. Dafür liegen die Vorschläge seit Langem auf dem Tisch!“ Angesichts dessen, dass es sogar noch mehr Opfer gewesen seien als ursprünglich angenommen, müsse eine Große Koalition die Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit schnell umsetzen.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel hat in Oldenburg und Delmenhorst mindestens 106 wehrlose Patienten getötet. Davon gehen die Ermittler der Sonderkommission „Kardio“ aus, denen jetzt die Ergebnisse aller gerichtsmedizinischen Untersuchungen vorliegen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Högel in den Jahren 2000 bis 2005 mindestens 38 Menschen im Klinikum Oldenburg und 62 im Klinikum Delmenhorst umgebracht. Hinzu kommen sechs Fälle, für die der Ex-Pfleger in früheren Prozessen verurteilt worden ist.

Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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