• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Bischofsreferent wird zum Kandidaten

24.08.2018

Oldenburg Überraschung bei der Bekanntgabe der Kandidaten für das Oldenburger Bischofsamt. Einer der beiden Bewerber, die sich am 22. September der Synode auf einer Sondersitzung vorstellen werden, ist mit Thomas Adomeit jemand, der in der Region bestens bekannt und verwurzelt ist. Neun Jahre war er persönlicher Referent des vorherigen Bischofs Jan Janssen, der im vergangenen Herbst den Verzicht auf das Amt erklärt hatte, anschließend übernahm er die Vakanzvertretung. Jetzt folgt der ungewöhnliche Schritt vom Referenten zum Bischofskandidaten.

Mit Propst Johann Schneider bewirbt sich ein zweiter Kandidat, der im Laufe seiner Karriere auch viele internationale Erfahrungen hat sammeln können. Beide Kandidaten sind nach Ansicht der vorschlagenden Wahlkommission „bestens für das Amt geeignet“. Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Sabine Arnold als Vorsitzende der Pfarrervertretung unterstrichen am Donnerstag, dass der Vorbereitungsausschuss Wert darauf gelegt habe, zwei sehr interessante, aber auch unterschiedliche Kandidaten vorzuschlagen.

Der Ausschuss habe etwa ein Dutzend Theologinnen und Theologen ins Visier genommen, bevor es am Ende drei interessante Bewerbergespräche gegeben habe. Einer der drei habe später aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen.

Bei der Bischofswahl am 22. September ist im ersten Wahlgang eine Dreiviertel-Mehrheit nötig – sollte dies nicht gelingen, wird es nach einer dreistündigen Pause einen zweiten Wahlgang mit derselben Hürde geben. Ein dritter Wahlgang, bei dem die einfache Mehrheit reicht, wäre dann eine Woche später.

Dass es zu der ungewöhnlichen Kandidatur eines „internen Bewerbers“ gekommen ist, hat auch etwas mit einem Denkanstoß in einem NWZ-Artikel vom 29. Mai 2018 zu tun, in dem über das „scheinbar Undenkbare“ berichtet und gefragt wurde, ob der augenblickliche Bischofsvertreter Adomeit nicht ein „chancenreicher Kandidat“ sein könne. Der scheinbare Nachteil, nämlich seine extrem starke Verwurzelung in der Region, könne ja durchaus auch ein Vorteil sein.

Einen interessierten Blick von außen hat in den vergangenen Monaten Propst Schneider aus Halle aufs Oldenburger Land geworfen. Im Gespräch mit der NWZ spricht er von sympathischen Eindrücken, der ruhigen Art, der ökumenischen Offenheit, man sei „lutherisch im milden Sinne“. Natürlich habe die Kirche im Oldenburger Land wichtige Entscheidungen vor sich. Die Kirche werde sich verändern, alle Bereiche seien betroffen. Schwierig sei es, wenn nur über Streichungen gesprochen werde: „Damit begeistert man niemanden, in die Kirche zu kommen.“

Der augenblicklich diskutierte Maßnahmenkatalog zur Prioritätensetzung könne nur ein Zwischenschritt sein. Jetzt gelte es, das Verfahren und den Prozess zur Priorisierung festzulegen. Dabei wolle er gern mitwirken.

Ähnlich sieht dies Thomas Adomeit. Im NWZ-Gespräch sagt er, dass das „Ringen um den richtigen Weg“ im Miteinander geschehen müsse. Er sei kein Freund von Kampfabstimmungen, sondern sei bereit, in solchen Fällen lieber einen Umweg zu gehen.

Für ihn selbst bedeute die Kandidatur eine wichtige Veränderung. Bisher habe er im Innern gewirkt und die Kirche verändern wollen. Jetzt wolle er stärker nach außen wirken. Er habe festgestellt, dass es im Bischofsamt mehr Gestaltungsmöglichkeiten gebe, als er vorher gewusst habe. Deshalb gebe es für ihn ein klares Ziel: „Ich will mithelfen, die Gesellschaft zu verändern.“

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.