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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Der Herzog ging – die Demokraten übernahmen

06.11.2018

Oldenburg „Die Revolution kam als Import von der Küste“, sagt der langjährige Leiter des Niedersächsischen Landesarchivs Oldenburg, Prof. Dr. Gerd Steinwascher, über die Situation in der Residenzstadt Oldenburg im November 1918. Aber die Revolution kam recht rasch in Oldenburg an, weil über die Vorfälle in Kiel, inklusive der Erschießung von protestierenden Soldaten, ab 5. November in den Nachrichten für Stadt und Land berichtet, wurde. Die „Nachrichten für Stadt und Land“ war die Tageszeitung der Region.

Treibende Kräfte eines demokratischen Beginns nach dem Krieg waren der Liberale Theodor Tantzen und der Sozialdemokrat Paul Hug. Hug war ein reformorientierter Sozialdemokrat, er sorgte für die erste Soldatenversammlung in Oldenburg (7. November) und er machte den großherzoglichen Ministern auch klar, dass der Großherzog zurücktreten müsse. Hug leitete auch die Sitzungen und galt als inoffizieller Ministerpräsident. Zusammen mit Theodor Tantzen und dem Zentrumsabgeordneten Franz Driver sowie Karl Heitmann, Julius Meyer (SPD) und den ehemaligen großherzoglichen Fachministern Hermann Scheer und Otto Graepel bildeten sie nach der Abdankung des Großherzogs Friedrich August die Regierung, das sogenannte Landesdirektorium. Sie gestalteten den Übergang in die Demokratie.

Hug und Tantzen kannten sich schon lange aus dem Landtag. Hug war 1880 nach Rüstringen (Oldenburg) gekommen und arbeitete in der kaiserlichen Werft (Wilhelmshaven, das zu Preußen gehörte) als Schlosser. Als Sozialdemokrat wurde er dort entlassen, war zunächst Gastwirt, dann Geschäftsführer des Norddeutschen Volksblatts (ab 1918 Republik), ein Wochenblatt mit beachtlicher Auflage. Von 1899 bis 1931 gehörte er dem Oldenburgischen Landtag an. 1926 wurde er Oberbürgermeister der Stadt Rüstringen. In seine Amtszeit fiel der Bau des von Fritz Höger entworfenen Rathauses. Die Nationalsozialisten strichen ihm seine Pension als Oberbürgermeister. Hug starb 1934 in München.

Der Liberale Theodor Tantzen (1911 bis 1928 MdL, 1928 bis 1930 Mitglied des Reichstags) war ebenfalls ein entschiedener Befürworter der Parlamentarisierung. Er wurde, wie Hug, in die verfassunggebende Nationalversammlung gewählt. 1919 wurde er zum Ministerpräsidenten gewählt (bis 1923). Nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten 1933 musste sich Tantzen aus allen politischen Aktivitäten zurückziehen. Nach Kriegsbeginn 1939 und noch einmal 1944 nach dem gescheiterten Hitlerattentat vom 20. Juli wurde Tantzen inhaftiert. Er wurde am 16. Mai 1945 zum vorläufigen Ministerpräsidenten bestellt. Tantzen, der letzte oldenburgische Ministerpräsident, starb am 11. Januar 1947.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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