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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Oldenburg blieb Behördensitz

26.01.2018

Oldenburg Das war eine jahrelange Aufregung und Streit zwischen Oldenburgern, Ostfriesen und Osnabrückern: Ab 1965 plante die niedersächsische Landesregierung eine Reduzierung der acht Regierungsbezirke auf drei oder vier. Im Nordwesten gab es aber neben dem Verwaltungsbezirk Oldenburg (das ehemalige Oldenburger Land, das ja 1946 im Land Niedersachsen aufgegangen war) auch die beiden Regierungsbezirke Aurich (Ostfriesland) und Osnabrück (Osnabrück, Grafschaft Bentheim und Emsland). Aus den drei Bezirken sollte einer werden – und zwar mit Sitz in Oldenburg, was weder den Ostfriesen noch den Osnabrückern schmeckte. Vor allem die Osnabrücker wollten ihren eigenen Regierungsbezirk behalten.

Die CDU-FDP-Landesregierung mit Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) machte den Streitenden 1977 einen Kompromissvorschlag: Es sollte ein Bezirk gebildet werden, dafür sollten die Osnabrücker die Schulabteilung bekommen (was den Oldenburgfern übrigens gar nicht schmeckte) und die Auricher die Regierungskasse (Finanzverwaltung). Auch sollte der Bezirk nicht (wie sonst üblich) nach der Bezirkshauptstadt heißen, sondern Weser-Ems (was in Oldenburg auch nicht gut ankam). Zum 1. Februar 1978, vor 40 Jahren, nahm die neue Behörde ihre Arbeit auf.

Entstanden war der zweitgrößte Bezirk in Niedersachsen (nur Lüneburg war größer) mit den meisten Einwohnern (2,09 Millionen Einwohner). Elf Landkreise und fünf kreisfreie Städte gehörten dem neuen Regierungsbezirk an. Das sollte sich jedoch bald wieder ändern: Der Landkreis Friesland mit Sitz in Wittmund (gebildet zum 1. August 1977 aus dem Kreis Wittmund und den Gemeinden des Jeverlandes) wurde nach einem entsprechenden Gerichtsurteil wieder in seine ursprünglichen Bestandteile aufgeteilt: in den alten Kreis Wittmund (der zu Ostfriesland gehörte) und in den alten Landkreis Friesland (der zum Oldenburger Land gehörte und aufgeteilt worden war auf Wittmund und Ammerland). Zum 1. Januar 1980 wurde die friesländisch/ostfriesische Kreisreform rückgängig gemacht, und wie bis 1977 gehörten dem Kreis Friesland nun wieder die Städte Jever und Varel sowie die Gemeinden Wangerland, Schortens (damals noch nicht Stadt), Sande, Zetel, Bockhorn und die Nordseeinsel Wangerooge an.

Einen ungeplanten Wechsel gab es 1994 an der Spitze der Bezirksregierung: Regierungspräsident Eckart Bode verunglückte am 16. Juni 1994 auf einer Dienstreise bei Hannover. Bei dem Unfall starb auch Bodes Fahrer Ulrich Knoop. Nachfolger Bodes wurde der SPD-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Landrat des Kreises Friesland, Bernd Theilen (Jever).

Beschäftigt wurden in der Bezirksregierung 721 Mitarbeiter in Oldenburg, 324 in Aurich und 450 in Osnabrück. Sie bestand bis Ende 2004. Die CDU, die ab 2003 mit Christian Wulff wieder den Ministerpräsidenten stellte, setzte rasch ihren Plan zur Abschaffung der sogenannten Mittelinstanz um und löste die Behörde auf.

Einige Aufgaben wurden von den Ministerien übernommen, andere Aufgaben wurden kommunalisiert, das heißt an die unteren Verwaltungen abgegeben. Es verblieb in Oldenburg eine Regierungsvertretung mit anfangs 71 und später 46 Mitarbeitern.

Die 2013 in die Regierungsverantwortung gewählte Koalition aus SPD und Grünen wiederum gestaltete die Regierungsvertretung zum 1. Januar 2014 zum Amt für regionale Landesentwicklung um. Im Landesbehördenzentrum in Oldenburg sind die Gewerbeaufsicht, die Polizeidirektion und das Amt für regionale Landesentwicklung tätig. Im Amt für regionale Landesentwicklung (Leitung: Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Franz-Josef Sickelmann) sind unter anderem Teile der früheren Agrarstrukturverwaltung (ohne Katasterämter) mit den Dezernaten Förderung des ländlichen Raumes, Flurbereinigung, Domänen- und Moorverwaltung aufgegangen.

Grafik zum Thema als PDF.

Hans Begerow
Leitung
Politik/Region
Tel:
0441 9988 2091

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FDP | Landkreis Friesland | CDU | SPD | Polizeidirektion

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