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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Wie Viel Schwangerschaftsvorsorge Ist Sinnvoll?: ...weil manchmal weniger mehr ist

05.03.2020

Oldenburg Kreißsäle werden geschlossen, es gibt immer weniger Hebammen und auch in Kliniken und Frauenarztpraxen herrscht Personalmangel. Wie passen diese Fakten zusammen mit dem Gefühlschaos aus Glück, Freude, Hoffnung, aber auch Unsicherheit und vielen Fragezeichen im Kopf, die eine Schwangerschaft in den meisten Fällen bei Eltern auslöst? Wie viele Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll? Wo finde ich in diesen Zeiten eine Hebamme? Kann ich mir den Wunsch auf eine betreute Hausgeburt überhaupt erfüllen?

Mit all diesen Fragen beschäftigen sich die Elterninitiative Mother Hood und der Hebammenverband Niedersachsen. Anlässlich des Weltfrauentages am Sonntag, 8. März, haben die beiden Vereine deshalb eine Demo unter der Überschrift „Meine Schwangerschaft! Meine Geburt! Meine Wahl!“ anberaumt – am Samstag, 7. März. Treffpunkt ist hierfür um 11.15 Uhr der Julius-Mosen-Platz in Oldenburg. Folgen soll ein Gang um die Innenstadt und anschließend eine Kundgebung.

Und dafür engagiert sich der Verein „Mother Hood“

Mother Hood ist eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während der Schwangerschaft, aber auch unter der Geburt und im ersten Lebensjahr. Gegründet wurde der Verein im März 2015 in Bonn.

Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass werdende Eltern schon während der Schwangerschaft gut beraten und betreut werden. Sie fordern außerdem eine sichere und selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes.

Eine weitere Forderung ist die wohnortnahe Versorgung. Eine Klinik sollte nach Ansicht von Mother Hood innerhalb von 30 Autominuten erreichbar sein. Auch die Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine Hebamme während der Geburt sehen sie als elementaren Faktor für eine sichere Geburt.

Mother Hood erhofft sich dadurch weniger Interventionen und eine sinkende Kaiserschnittrate.

Recht auf Betreuung

Und worum geht es den Veranstaltern vor allem? „Frauen haben während der Schwangerschaft und auch vor und nach der Geburt Anspruch auf ärztliche Betreuung sowie Hebammenhilfe“, macht Hilke Schauland klar. Sie ist die 2. Vorsitzende beim Hebammenverband Niedersachsen und ist selbst Hebamme. Ihr ist wichtig, Eltern – und speziell die schwangeren Frauen – ausreichend und frühzeitig detailliert zu informieren: Über Vorsorgeuntersuchungen und deren Anzahl, Möglichkeiten der Diagnostik und Zusatzleistungen. „Das würde auch einem Teilziel des Nationalen Gesundheitsziels ,Gesundheit rund um die Geburt’ entsprechen“, betont Schauland.

Denn: „Nur wer wirklich gut Bescheid weiß, kann sich ja überhaupt entscheiden, was sich für ihn oder sie richtig anfühlt“, findet auch Elena Schwarzer von Motherhood. „Wir sehen diese freie Entscheidung gefährdet“, bringt sie es auf den Punkt. Allein die Wege zu einer Klinik seien für Bewohner aus ländlichen Gebieten meist länger als 30 Minuten – schlicht, weil nicht mehr alle Häuser Geburtshilfe anbieten. Obwohl Mutter und Baby im Fokus stehen sollten, empfand Schwarzer die Vorsorge speziell in ihrer ersten Schwangerschaft als „aufgedrückt“.

„Arzthörig“

Dieses Gefühl kann auch Sofia Meister bestätigen. „Man ist irgendwie arzthörig. Aber mich haben all die Untersuchungen nur verunsichert. Ich habe erst später erfahren, dass ich sie auch hätte ablehnen können.“ Francesca Zweigert-Ney kennt das auch: „Mir war als Erstgebärende einfach nicht klar, was wirklich zur Vorsorge dazugehört. Und so habe ich zu Anfang einfach alle Untersuchungen mitgenommen, weil ich dachte: Ich will ja nicht mein Baby gefährden.“ Um die 18 Termine hatte die werdende Mutter.

Was also einerseits zur Unterversorgung führt, bedeutet auf der anderen Seite eine Vielzahl von Vorsorgeuntersuchungen, deren Nutzen auch laut Gynäkologe Enno Heine, Leitender Oberarzt der Frauenklinik im Evangelischen Krankenhaus, fraglich sind.

Nicht alles sinnvoll

Regelmäßig würden in Frauenarztpraxen schon im frühen Schwangerschaftsstadium CTG – also eine Messung von kindlichem Herzschlag und mütterlichen Wehen – geschrieben. „Es gibt Indikationen, bei denen das sinnvoll ist. Vor Geburtsbeginn aber meistens nicht“, weiß er aus seiner über 30-jährigen Erfahrung. „Das zeigt leider einfach, dass die Verzahnung der verschiedenen Professionen – also Ärzten und Hebammen – im ambulanten Bereich nicht gut genug läuft“, bemängelt er.

Und woran liegt das? „Ich vermute, dass der Irrglaube besteht, dass ein Arzt die Verantwortung für Hebammen übernehmen muss. Das ist nicht richtig. Ein Tischler muss auch keine Verantwortung für den Elektriker tragen. Es sind verschiedene Berufe“, findet Schauland.

Annkatrin Pauli-Glanz vom Geburtshaus in Oldenburg ergänzt: „Es nimmt ja keiner dem anderen etwas weg, wenn die Kooperation enger würde. Profitieren würden aber die Familien mit den Kindern“, ist sie sich sicher.

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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