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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Nach der Wahl ist vor der Koalition

17.10.2017

Oldenburger Land Die einen zeigen sich hoch zufrieden, andere wiederum sind mit dem Ergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen so gar nicht einverstanden. Während die SPD als klarer Wahlsieger hervorging, bleibt der CDU nur der Platz zwei. Da die Grünen Federn lassen mussten, ist eine Fortführung der bisherigen Regierungsarbeit mit SPD und Grünen nicht möglich. Und so wird es spannend bleiben, wer künftig die Geschicke in Niedersachsen leiten wird.

Die NWZ hat sich im Oldenburger Land umgehört, wie das Ergebnis der Wahl in der Region gesehen wird.

 Die Landwirte

„Die deutlichen Stimmenverluste bei den niedersächsischen Grünen müssen als eindeutige Absage an deren ­agrarpolitischen Stil gewertet werden“, sagt Landvolk-Präsident Werner Hilse. Mehr gegenseitige Achtung wünscht sich Hilse für die zukünftige Agrarpolitik. Für die zukünftige Landesregierung hofft der Landvolk-Präsident auf eine stabile Regierungskoalition, die die Landwirtschaft im Blick behält: „Der hohe Stellenwert der niedersächsischen Agrar- und Ernährungsindustrie für die Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes muss bei allen zukünftigen politischen Entscheidungen bedacht werden.“

 Die Gewerkschaften

„Die SPD hat den klaren Auftrag zur Regierungsbildung“, sagt Heiko Messerschmidt, Sprecher der IG Metall Bezirk Küste. Alle demokratischen Parteien müssten für Gespräche dazu zur Verfügung stehen. Unabhängig davon, welche Koalition am Ende herauskomme: „Wir erwarten auch von der künftigen Landesregierung, dass sie sich für die Interessen der Beschäftigten etwa der Automobilindustrie oder der maritimen Wirtschaft im Nordwesten einsetzt.“

 Die Handelskammer

Auch Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen IHK, mahnt zur schnellen Bildung einer stabilen Regierung, „die die großen Herausforderungen wie Fachkräftebedarf und Digitalisierung in Angriff nimmt.“ Auch Küstenautobahn und Breitbandausbau seien Themen, die für die Wirtschaft der Region eine besondere Rolle spielen, erklärt der Präsident.

 Der Schriftsteller

Klaus Modick, Bestsellerautor (66, „Konzert ohne Dichter“), hätte gern eine Weiterführung der rot-grünen Koalition gesehen, aber „das ging ja nun nicht wegen dieser unsäglichen Frau (Anm. d. Red.: ehemalige Grünen-Politikerin Elke Twesten), die uns den ganzen Salat eingebrockt hat. Am Ende stehen alle dumm da, und keiner weiß, wie es weitergeht.“ Welche Koalition nach den Verhandlungen herauskomme, sei ihm aber ziemlich egal. „Denn die Parteien, die infrage kommen, sind alle irgendwie Mitte.“ Selbst eine Große Koalition würde Niedersachsen „nicht in die Anarchie stürzen“, sagt Modick.

 Die Philologen

„Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die bisherige Landesregierung einen schulpolitischen Kurs gefahren hat, der sich gegen ein leistungsfähiges Schulwesen und gegen das Gymnasium gerichtet hat“, lautet die Kritik von Helga Olejnik, Sprecherin des Philologenverbandes. Eine neue Regierung mache eine andere Bildungspolitik möglich. Diesen Kurswechsel würde am besten eine Jamaika-Koalition erreichen. Dafür müssten die Grünen allerdings „Abstriche an ihren bisherigen verhängnisvollen schulpolitischen Zielsetzungen machen.“

 Die Hafenwirtschaft

„Wahrscheinlich wäre eine Große Koalition am besten“, sagt John H. Niemann von der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung. Insbesondere für die Maritime Wirtschaft und die dazugehörigen Hinterlandanbindungen wie die A20 wäre es gut, „wenn Wirtschaftsminister Olaf Lies in einer Koalition jeglicher Konstellation Wirtschaftsminister bliebe“.

Grafik zur Landtagswahl als PDF.