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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Strafvollzug: Bessere Gefängnisseelsorge für Muslime

19.02.2020

Osnabrück Das niedersächsische Justizministerium und die Universität Osnabrück starten ein gemeinsames Projekt zur Verbesserung der Gefängnisseelsorge für Muslime. Vier islamische Theologen sollen den Bedarf für Seelsorge muslimischer Strafgefangener wissenschaftlich feststellen, zugleich werden sie auch mit Hilfe der evangelischen und katholischen Kirche zu Gefängnisseelsorgern ausgebildet, sagte die Präsidentin der Universität, Susanne Menzel-Riedl, am Dienstag.

Auch muslimische Gefangene hätten ein Anrecht auf religiöse Betreuung, sagte Justizstaatssekretär Dr. Stefan von der Beck. Es herrsche aber ein Mangel an qualifizierten muslimischen Seelsorgern. Die Justizminister der Länder hätten sich im November 2019 darauf geeinigt, dass die Gefängnisseelsorge für muslimische Gefangene denselben fachlichen Standards wie der christlichen Gefängnisseelsorge genügen solle. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein in der Umsetzung dieses Zieles“, sagte von der Beck.

Für das Projekt ist das Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück zuständig. Damit sei Osnabrück nach Tübingen die zweite Universität in Deutschland, die sich wissenschaftlich mit muslimischer Gefängnisseelsorge beschäftige, sagte Menzel-Riedl.

Eine professionelle Gefängnisseelsorge sei ein wichtiges Angebot für Inhaftierte, sagte Staatssekretär von der Beck. „Sie kann Wendepunkte im Leben von Inhaftierten einleiten und die Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft fördern.“ Projekte gegen die Radikalisierung von muslimischen Häftlingen könne sie gleichwohl nicht ersetzen. Das Land nehme aber religiöse Bedürfnisse ernst und wolle eine mit den demokratischen Werten in Einklang stehende religiöse Betreuung ermöglichen.

Seinen Angaben zufolge wächst der Anteil muslimischer Gefangener in Niedersachsen. Im Jugendvollzug liegt der Anteil zurzeit bei rund 30 Prozent, im Erwachsenenvollzug bei etwa 20 Prozent. Das bedeutet, dass es in niedersächsischen Gefängnissen derzeit rund 1000 Häftlinge muslimischen Glaubens gibt. Um sie kümmern sich derzeit 23 muslimische Seelsorger, die für ihren zumeist ehrenamtlichen Einsatz geschult worden sind.

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