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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

KIRCHENTAG: Schaulaufen ohne Wahl-Getöse

27.05.2005

HANNOVER Die CDU-Kanzlerkandidatin und der SPD-Chef gaben sich entspannt. Bundespräsident Köhler beantwortete geduldig alle Fragen der Jugend.

von marco seng,

redaktion hannover HANNOVER - Es war mit großer Spannung erwartet worden: das Rededuell von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel und SPD-Chef Franz Müntefering beim Kirchentag. Doch wer einen vom Wahlkampf geprägten Schlagabtausch erwartet hatte, sah sich schnell getäuscht. Völlig entspannt nahmen beide Politiker auf dem Podium in der Europahalle Platz – nur durch eine kleinen Tisch getrennt. Merkel in grauem Hosenanzug mit pinkfarbenem Top, Müntefering in dunklem Zweireiher mit Krawatte. Ebenso entspannt plauderten die Kontrahenten anschließend mehr als eine Stunde über Heimat, Werte und Europa. Mehrere hundert Zuhörer, die tapfer auf ihren Papphockern ausharrten, honorierten den Polemik-freien Talk mit viel Beifall. „Wir habe so argumentiert, wie es einem Kirchentag angemessen ist“, erklärte Müntefering.

Der zweite Tag des Protestantentreffens stand ganz im Zeichen der Spitzenpolitiker. Selbst FDP-Chef Guido Westerwelle hatte sich noch kurzfristig zu dem Schaulaufen von Regierung und Opposition eingeladen. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Bremens Bürgermeister Henning Scherf (beide SPD) und der Europaabgeordnete Cem Özdemir (Grüne) drehten auf dem Messegelände ihre Runden – um nur einige zu nennen. Schrille Wahlkampfparolen hörte man dabei selten.

Die Augen der meisten Beobachter richteten sich allerdings auf Merkel. Viele Schaulustige und zahlreiche Kameras begleiten die designierte Schröder-Herausfordererin durch die Hallen. Beim evangelischen Arbeitskreis der Union mischte sich die Pastorentochter aus der Uckermark unters Volk. Ein Lächeln hier, ein paar freundliche Worte da, Merkel ließ sich den Druck nicht anmerken, der auf ihr lastet. Sie erntete dafür viel Applaus und nur wenige Buh-Rufe.

Noch lockerer präsentierte sich allerdings Bundespräsident Horst Köhler. Angesichts der ungewohnte Hitze verzichte er auf eine Krawatte. Die meist jugendlichen Zuhörer auf den voll besetzen Tribünen des früheren Expo-Pavillons brachten den Staatschef mit ihren Fragen aber doch zum Schwitzen – und zum Schmunzeln. Sie sei jetzt schon müde, teilte Anne aus Bayreuth auf ihrer Fragekarte mit. Das Mädchen hatte Köhlers Empfehlung vom Vorabend offenbar allzu wörtlich genommen: Zu einem guten Kirchentag gehöre wenig Schlaf. Der Bundespräsident stellte sich aber auch den ernsten Frage. Deutschland sei ein prima Land, lobt er auf die wirtschaftliche Situation angesprochen. „Wir haben keinen Grund, pessimistisch zu sein.“ Der Glaube gibt mir Zuversicht, schilderte der Protestant Köhler seine Beziehung zur Kirche. Von Fragen zur Bundestagswahl blieb Köhler verschont.

Der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Eckhard Nagel, sieht den beginnenden Bundestagswahlkampf als Vorteil für den Kirchentag. „Dass wir durch die anstehende Bundestagswahl jetzt mehr Aufmerksamkeit erhalten, kann für uns nur gut sein“, sagte Nagel. Der Kirchentag sei aber keine Plattform für einfache Politikerbotschaften.

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