• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Skandal: Schlüsselfigur der „Barschel-Affäre“ gestorben

24.08.2015

Hambergen /Kiel Er löste eine der größten Politaffären der Bundesrepublik aus und stürzte mit seinem Handeln zwei Ministerpräsidenten. Fast drei Jahrzehnte nach Bekanntwerden der „Barschel-Affäre“ ist mit dem früheren Medienberater Reiner Pfeiffer eine der Schlüsselfiguren gestorben. Das bestätigte der Samtgemeindebürgermeister von Hambergen, Reinhard Kock (SPD). Laut Medienberichten ist Pfeiffer bereits am 12. August in Hambergen im Alter von 76 Jahren gestorben. Sein Leichnam sei bereits eingeäschert worden.

Die „Barschel-Affäre“ hatte 1987 die Republik in Atem gehalten. Der Medienreferent des damaligen Kieler CDU-Ministerpräsidenten Uwe Barschel, Pfeiffer, hatte den SPD-Spitzenkandidaten Björn Engholm bespitzeln lassen und gegen ihn eine anonyme Steueranzeige lanciert und quälte ihn als angeblicher Arzt am Telefon mit einem fingierten Aids-Verdacht. Pfeiffer stellte Barschel später als Mitwisser und sogar Initiator dar. Barschel trat schließlich zurück.

Am 11. Oktober 1987 fand ein Reporter Uwe Barschel tot in einem Zimmer im Genfer Hotel „Beau Rivage“. Die bekleidete Leiche des CDU-Politikers lag in der Badewanne. Ob er sich das Leben nahm, ihm dabei jemand half oder ob er ermordet wurde, ist bis heute unklar. Sicher ist nur, dass Barschel an einem tödlichen Medikamentencocktail starb.

Für die SPD hallte die Affäre noch lange nach. Sechs Jahre später kam heraus, dass auch Engholm schon vor der Landtagswahl vom Treiben Pfeiffers wusste. Es kam auch heraus, dass der frühere SPD-Landeschef Günther Jansen dem Strippenzieher Pfeiffer 1988 und 1989 umgerechnet jeweils mindestens 10 000 Euro zugesteckt hatte – nach seiner Darstellung aus Mitleid, weil Pfeiffer nach der Affäre keine neue Chance bekam. Die SPD stürzte in eine Glaubwürdigkeitskrise und verlor in Engholm den Parteichef und Kanzlerkandidaten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.