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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Oberlandesgericht: Stets Einsatz für moderne Justiz

21.01.2015

Oldenburg Eigentlich wollte er Medizin studieren, Arzt werden. Doch der Vater, Richter am Amtsgericht in Wetzlar (Hessen), intervenierte und riet ihm, Jura zu studieren. Dr. Gerhard Kircher, der am 30. Januar seinen letzten Arbeitstag als Präsident des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG) haben wird, folgte dem väterlichen Rat. „Es war schon die richtige Entscheidung“, sagt der 66-Jährige rückblickend.

Nach dem Abitur mit 18 Jahren schlug Gerhard Kircher den Weg in die juristische Laufbahn ein. Er studierte Jura in Gießen, Freiburg und Marburg, wo er 1974 das 1. Staatsexamen absolvierte, das zweite folgte nach der Referendarzeit 1976 am Oberlandesgericht in Frankfurt.

Zunächst arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Anwaltskanzlei im hessischen Weilburg an der Lahn. Mit Rücksicht auf die Karriere seiner Ehefrau, einer Lehrerin, entschied sich Kircher, 1978 nach Niedersachsen zu gehen. In diesem Jahr wurde er in Osnabrück zum Richter ernannt. Diese Stadt sollte fast ein Vierteljahrhundert zum Lebensmittelpunkt der Familie werden.

1985 war der Jurist dann zur Erprobung am Oldenburger Oberlandesgericht. 1986 ging er als Richter im Hochschuldienst drei Jahre lang an die juristische Fakultät der Universität Münster.

Und dann kam die Wende in der ehemaligen DDR.

Gerhard Kircher wollte mithelfen, die Gerichtsbarkeit im Osten aufzubauen. „Ich begann meine Arbeit am 1. Juli 1991 am Bezirksgericht Magdeburg. 13 Monate waren geplant, geblieben bin ich sechseinhalb Jahre. Wir fanden keine Strukturen, sondern nur chaotische Verhältnisse vor. Es mussten auch viele Richter eingestellt werden, denn die Strafrichter der ehemaligen DDR waren alle entlassen worden. Das war schon eine andere Welt,“ erzählt er.

Ab März 1992 richtete der gebürtige Hesse mit Kollegen in Naumburg an der Saale in Sachsen-Anhalt das ehemalige Oberlandesgericht als solches wieder ein, in dem zu DDR-Zeiten die russische Kommandantur ihren Sitz hatte. „Als wir dort anfingen, standen noch Panzer auf dem Hof,“ berichtet Kircher.

Neben der Aufbautätigkeit arbeitete er dort in der Rechtssprechung, zuletzt als Vorsitzender eines Zivilsenats. 1998 ging es zurück in den Westen. Gerhard Kircher wurde Direktor des Amtsgerichts in Bad Iburg. 1998 schließlich sollte als Leiter des Haushaltsreferats im Justizministerium in Hannover, wie Kircher es selbst ausdrückt, „die härteste Zeit“ seines Berufslebens folgen. Als späterer Abteilungsleiter war der Jurist damals für Personal, Haushalt und Organisation zuständig. Nach dem Regierungswechsel 2003, der parteilose Kircher blieb zunächst noch im Justizministerium, wurde er im September 2004 als Nachfolger von Dr. Hartwin Kramer Präsident des Oberlandesgerichts Oldenburg.

„Es war eine gute Zeit am OLG, wir haben es gemeinsam strukturell weiterentwickelt. Der zentrale niedersächsische IT-Betrieb und der niedersächsische Ambulante Justizsozialdienst wurden beim Oberlandesgericht Oldenburg eingerichtet.“ Die Zahl der Fälle hat aber auch zugenommen, die Arbeit ist komplexer, der Druck größer geworden. Dass es kein Justizzentrum in Oldenburg geben wird, schmerzt Kircher allerdings nach wie vor.

Für den neuen Lebensabschnitt freut sich der passionierte Motorradfahrer Kircher auf neue Herausforderungen. Und am öffentlichen Leben in Oldenburg wird der OLG-Präsident a.D. sicherlich weiterhin rege teilnehmen.

Seine Nachfolge in Oldenburg als OLG-Präsident ist indes laut Justizministerium noch nicht geregelt.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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