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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Alarmierende Studie zu kriminellen Flüchtlingen

04.01.2018

Hannover Polizeidirektor Axel Brockmann redet erst gar nicht um den heißen Brei herum. „Nichts wurde schöngerechnet und schöngeredet“, urteilt der Experte für Kriminalitätsbekämpfung im niedersächsischen Innenministerium. Es geht um die alarmierende Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer zur Kriminalitätsrate von jungen Flüchtlingen, besonders aus Nordafrika in der Altersgruppe der 14- bis 30-Jährigen.

Höchster Alarm: Ein Kommentar von Gunars Reichenbachs

Die Daten aus Niedersachsen zwischen 2014 und 2016, die gemeinsam mit den Wissenschaftlern Dirk Baier und Sören Kliem für das Bundesfamilienministerium ausgewertet wurden, liefern ein erschütterndes Bild: Der Anstieg der polizeilich registrierten Gewalttaten von 10,4 Prozent geht zu 92,1 Prozent auf tatverdächtige Flüchtlinge zurück – oft aus Marokko, Tunesien, Algerien und Libyen. Dagegen wurden Syrer, Iraker und Afghanen vergleichsweise selten auffällig.

4600 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Niedersachsen

Das Sozialministerium beziffert die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Niedersachsen auf 4600. Von ihnen sind 39 Prozent jünger als 18 Jahre, 61 Prozent älter. Die letzte Gruppe wird noch über die Volljährigkeit hinaus einige Jahre betreut.

Alle Jugendlichen stehen unter der Betreuung eines Vormunds. Die hohe Zahl der Flüchtlinge wirkt sich dabei erheblich aus. Ein Vormund muss alleine 35 geflüchtete Jugendliche im Durchschnitt betreuen. Die Quote kann aber auch noch höher liegen.

Die Unterbringung der Minderjährigen erfolgt laut Sozialministerium in der Regel in Gruppen. Aktuell kümmert sich ein Betreuer um zwölf Personen bis 21 Jahre. Diese Quote kann nach oben hin variieren.

Jeder Flüchtling erhält als Basis 300 Stunden Deutschunterricht. Dazu gehört die Vermittlung von Werten. Viele Jugendliche sind jedoch Analphabeten und müssen erst einen Basis-Kurs absolvieren.

Alarmierend sind auch die Opferzahlen. Bei vorsätzlichen Tötungsdelikten sind zu 91,1 Prozent Nicht-Deutsche Opfer, bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen gibt es rund ein Viertel deutsche Opfer, Dreiviertel der Opfer sind dagegen oftmals selbst Flüchtlinge. Viele dieser Taten haben mit den beengten Flüchtlingsunterkünften zu tun, analysieren die Autoren der Studie. Aber auch ethnische und religiöse Spannungen spielen eine wichtige Rolle.

Deutsche Opfer finden sich vor allem bei Raubdelikten (70,3 Prozent), bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen (58,6 Prozent). Der Mangel an Frauen wirkt sich aus. „Junge, männliche Flüchtlinge sind bei Sexualdelikten überproportional beteiligt“, sagt Polizeidirektor Brockmann.

Das niedersächsische Sozialministerium „begrüßt“ die Studie. Es gebe einen deutlichen „Zusammenhang zwischen Bleibeperspektive und Kriminalität“, betont ein Ministeriums-Experte, der sich mit Blick auf unbegleitete Minderjährige für einen Familiennachzug ausspricht. Die „Bindewirkung einer Familie" sei äußerst hilfreich.

Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht die Studie die Dringlichkeit einer gezielten Prävention deutlich. „Dort, wo jungen Männern kaum Perspektiven aufgezeigt werden, Bildungs- und Integrationsangebote fehlen, kommt es deutlich öfter zu Gewalttaten“, sagt GdP-Chef Oliver Malchow.

Die Grünen-Fraktionschefin Anja Piel analysiert: „Wie alle anderen Menschen auch, werden Geflüchtete seltener kriminell, wenn sie Perspektiven und einen Platz in der Gesellschaft haben. Das zeigt die Studie deutlich. Die CDU muss den Familiennachzug wieder zulassen.“

Für die FDP-Landtagsfraktion zeigen die Ergebnisse, dass ein Familiennachzug bei Flüchtlingen durchaus Sinn machen kann, betont der FDP-Landtagsabgeordnete Jan-Christoph Oetjen. Aber auch das Land könne helfen. „Die Landesregierung sollte etwa statt des stetigen Förder-Wirrwarrs die Kommunen bei ihrer Integrationsarbeit besser unterstützen und eine Integrationspauschale einführen, wie es die FDP seit langem fordert“, sagt Oetjen weiter.

Die AfD-Fraktionschefin Dana Guth begrüßt, dass jetzt auch andere „die Realität wahrnehmen. Die AfD weist auf die gefährliche Entwicklung bereits seit Langem hin“. Wer in Deutschland „besonders auffallend kriminell“ werde, so Guth, „der will sich nicht integrieren. Es wird Zeit, dass auch eine solche Wahrheit zur Grundlage politischer Entscheidungen wird“. An einer konsequenten Abschiebung führe kein Weg vorbei. Guth: „Kriminelle haben bei uns keinen Platz.“

Gunars Reichenbachs
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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