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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

TRANSRAPID-PROZESS: „Tatsächlich haben alle versagt“

24.05.2008

OSNABRüCK Die beiden Angeklagten nahmen das Urteil mit versteinerter Miene zur Kenntnis. Ex-Betriebsleiter Günter S. muss 24 000 Euro zahlen, sein Nachfolger Jörg M. 20 000 Euro. Ein vergleichsweise mildes Urteil, wie Prozess-Beobachter meinen. Doch beide sehen sich ungerecht behandelt und wollen in Revision gehen.

Der Vorsitzende Richter Dieter Temming ließ in seiner Urteilsbegründung keinen Zweifel daran, dass die Angeklagten für das Transrapid-Unglück mit 23 Toten und elf Verletzten mitverantwortlich sind. „Sie haben ihre Sorgfaltspflicht verletzt.“ Temming warf den Betriebsleitern vor, die Vorschriften der Herstellerfirma Siemens missachtet zu haben, nach denen die elektronische Fahrwegsperre bei Rangiermanövern zwingend zu setzen war.

Der Transrapid war am 22. September 2006 auf der Teststrecke im emsländischen Lathen mit etwa 170 Stundenkilometern auf einen stehenden Werkstattwagen geprallt, der beim rangieren vergessen worden war. Die beiden Betriebsleiter hätten die Risiken bei Rangiermanövern gekannt, aber keine entsprechenden Anweisungen gegeben.

Der Richter warf auch dem Fahrdienstleiter Günter M. schwere Versäumnisse vor. Er habe unterlassen, die Sperre zu setzen und das Vier-Augen-Prinzip sei im Leitstand missachtet worden. „Tatsächlich haben alle versagt und dies zum Teil mehrfach.“ Der Fahrdienstleiter ist zurzeit nicht verhandlungsfähig. Laut Staatsanwaltschaft soll ihm aber auf jeden Fall der Prozess gemacht werden. Möglicherweise werde gegen weitere Mitarbeiter aus dem Leitstand ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Feldkamp dieser Zeitung.

Opfer-Anwalt Burkhard Remmers kritisierte das Urteil als zu mild. „Ich hätte mir ein höheres Strafmaß gewünscht.“ Das Verkehrsministerium kündigte an, die Schlussfolgerungen aus dem Urteil im laufenden Genehmigungsverfahren für den neuen Transrapid zu berücksichtigen. Nach dem Willen des Bundesrats soll künftig das Eisenbahnbundesamt die Teststrecke kontrollieren.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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