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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Inseltour: Umweltminister an Küste auf Spurensuche

24.04.2014

Norden-Norderney „Nächste Fähre Norderney 15.30 Uhr“ steht auf der Anzeigetafel am Hafen in Norddeich. Es wird 15.20, 22, 24, 26 – doch er ist nicht in Sicht. Eine Minute später kommt Stefan Wenzel, niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, um die Ecke und geht an Bord. „Entwarnung, Rudi, es sind alle da“, spricht der Schiffsbegleiter in sein Funkgerät. Der Minister ist an Bord, die Fähre legt ab.

Seit Dienstag und noch bis einschließlich diesen Donnerstag bereist der Grünen-Politiker die niedersächsische Wattenmeerküste. Offiziell ist von einer Informationsreise die Rede, andere vermuten eine „Wahlkampf-Tour“. Wenzel, ein ruhiger und unaufgeregter Typ, nimmt solche Seitenhiebe gelassen und sagt: „Das ist ganz klar eine Informationsreise. Ich gucke mir an, wo mein Ministerium Verantwortung trägt, ich möchte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen, ich möchte die Projekte vor Ort hautnah erleben. Das hilft mir auch, gegenüber dem Finanzminister zu argumentieren, wenn es zum Beispiel um notwendige Ausgaben, Reparaturen oder neue Investitionen geht. Von daher ist das sehr wichtig, das dann auch mit eigenen Augen gesehen zu haben.“

Mit eigenen Augen sieht der 51-Jährige bei seiner Ankunft auf Norderney auch den maroden Zustand des Nationalpark-Hauses. „Hier gibt es Informationen und Erlebnistipps, eine Ausstellung und Souvenirs“, heißt es auf der Internetseite. „Gab es“ müsste es indes gerade heißen, denn ein Bauzaun umringt das in die Jahre gekommene Haus, das in nächster Zeit abgerissen wird.

Frank Ulrichs (SPD), er ist der Bürgermeister von Norderney, nimmt den Minister an der Fähre in Empfang und schreitet mit ihm nicht nur die wenigen Schritte bis zum Nationalpark-Haus, sondern auch zur Tat: Mit vereinten Kräften, geradezu wie auf Landesebene in einer rot-grünen Koalition, enthüllen die beiden das offizielle Bauschild: „Hier entsteht das neue Nationalpark-Erlebniszentrum“, steht darauf geschrieben. Mit 4,9 Millionen Euro ist der Neubau veranschlagt, über drei Millionen Euro stammen aus Fördermitteln, der Norderneyer Eigenanteil liegt laut Bürgermeister Ulrichs zwischen 1,1 und 1,4 Millionen Euro.

Ulrichs nutzt den Minister-Besuch natürlich auch, um einen guten Draht ins Ministerium herzustellen. Die Finanzierung des Neubaus stehe zwar soweit, „aber es kneift in Detailfragen noch an der einen oder anderen Stelle“, betont der Insel-Chef und der Minister antwortet freundlich: „Machen Sie das, wir im Ministerium sind für Sie immer ansprechbar.“

Wenzel hat ein strammes Küstenprogramm in diesen Tagen. Dienstag waren Norden und Norderney dran, am Mittwoch radelte er über die Insel Langeoog, an diesem Donnerstag geht’s auf die Insel Wangerooge, wo um 11.30 Uhr der erste Spatenstich für den Deichbau erfolgt.

Wenzel tritt dabei nicht als einer auf, der sich umjubeln lassen möchte oder leere Versprechungen machen würde. Dass die Tour durch den hohen Norden seines Landes offenbar tatsächlich nicht dem Stimmenfang dient, ist ihm abzunehmen. Statt sich hofieren zu lassen, zeigt er sich nicht nur interessiert, sondern er ist es. Während er in der Seehundstation in einen weißen Overall schlüpft, um sich beim Füttern der Tiere von der Presse ablichten zu lassen, unterhält er sich lieber angeregt mit Tierpfleger Tim Fetting statt sich für die Fotografen in Szene zu setzen.

Die Fotografen sind enttäuscht, und der Zeitplan des Ministers gerät einmal mehr durcheinander – weil Wenzel es halt genau wissen will.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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