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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Unterschiedliche Reaktionen nach gescheiterter Klinikfusion

13.06.2017

Emden Das Scheitern der geplanten Klinikfusion zwischen Emden, Aurich und Norden hat in der Region ein gemischtes Echo hervorgerufen. Ein Sprecher der Stadt Emden bedauerte am Montag den Ausgang des Bürgerentscheids von Sonntagabend, er befürchtet negative Folgen für die drei bestehenden Krankenhausstandorte. Hingegen sagte der Bürgermeister von Norden, Heiko Schmelzle (CDU), eine Zentralisierung hätte deutlich negative Folgen für die Notfallversorgung in der Region gehabt.

Am Sonntag hatte ein Bürgerentscheid das Ende für Planungen eines zentralen Klinikums für die drei Städte gebracht. Während sich im Landkreis Aurich sich eine Mehrheit für die Fusion aussprach, wurde das Zentralkrankenhaus in Emden mehrheitlich abgelehnt.

Hintergrund der Fusionspläne sei die defizitäre Situation der drei Krankenhäuser gewesen, sagte Emdens Sprecher Eduard Dinkela. Welche Folgen das Scheitern des Zentralklinikums habe, stehe zwar noch nicht fest. „Es wird darauf hinauslaufen, dass man in den Häusern sparen muss“, sagte der Sprecher aber.

Hingegen sagte Bürgermeister Schmelzle, dass die Versorgungsqualität der bestehenden Häuser sehr gut sei. „Jetzt muss alle Kraft darauf verwendet werden, dass die bestehenden Standorte gestärkt werden“, sagte er. „Aus meiner Sicht müssten sich die Krankenhäuser weiter spezialisieren.“ Die drei Standorte sollten auch Kooperationen mit anderen Krankenhäusern im Raum Oldenburg suchen.

Die drei Krankenhäuser sind bereits in einer gemeinsamen Krankenhausholding zusammengefasst, deren Gesellschafter die Stadt Emden und der Landkreis Aurich sind. Geschäftsführer Claus Eppmann sagte, dass sich am Mittwoch der nächsten Woche zunächst der Aufsichtsrat mit der neuen Situation befassen müsse. „Die Gesellschafter müssten zunächst klären, ob die drei Häuser unter einem Dach bleiben sollen“, sagte Eppmann. Erst nach der Klärung der künftigen Trägerstruktur könne es Überlegungen zur weiteren Entwicklung geben.

Im Vorfeld des Bürgerentscheids hatte die Trägergesellschaft darauf hingewiesen, dass im Falle eines Scheiterns des Zentralkrankenhauses harte Sanierungsmaßnahmen und deutliche Umstrukturierungen notwendig seien. Denkbar sind demzufolge eine Privatisierung, aber auch die Schließung von Abteilungen. Insgesamt sind 2500 Menschen bei den drei Krankenhäusern beschäftigt.

Die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) forderte, dass für die Region ein neues Versorgungskonzept erarbeitet werden müsse. „Wir als Land werden diese Entwicklung einer neuen Struktur unterstützen, denn die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger hat Priorität“, sagte sie. Das Land respektiere, dass sich die Bürger gegen ein Zentralklinikum entschieden hätten. Aber ein „Weiter so“ könne es nicht geben, die Krankenhausversorgung in Aurich, Emden und Norden müsse zukunftsfest aufgestellt und aufeinander abgestimmt werden.

Rund 200 000 Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen. Geplant war ein Krankenhaus-Neubau für rund 250 Millionen Euro im Ort Georgsheil, dem geografischen Mittelpunkt zwischen den drei Städten. Abstimmen konnten die Bürger in der Stadt Emden und im Kreis Aurich, zu dem auch die Stadt Norden gehört, in zwei voneinander getrennten Bürgerentscheiden.

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