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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Kommunalpolitik: Varel 50 Jahre als Parteisoldat gedient

13.10.2011

VAREL Wenn der Rat der Stadt Varel an diesem Donnerstag, 13. Oktober, zum letzten Mal in der laufenden Amtsperiode zusammentritt, werden eine ganze Reihe Ratsmitglieder verabschiedet. Darunter sind auch zwei, die auf mehr als neun Jahrzehnte Ratserfahrung kommen: Walter Heidenreich (80) und Erich Hillebrand (77). Für beide SPD-Ratsmitglieder ist es die letzte Ratssitzung – für Heidenreich nach 50 Jahren Zugehörigkeit, für Hillebrand nach 43 Jahren. Während Heidenreich nicht wieder gewählt wurde, war der frühere ÖTV-Gewerkschaftssekretär Hillebrand nicht noch einmal angetreten zur Kommunalwahl im September. Walter Heidenreich war 1961 in den Rat der Stadt Varel gewählt worden und hat ihm seither ununterbrochen angehört.

Schon sein Vater Adolf Heidenreich hatte dem Rat angehört und war zeitweilig auch Vareler Bürgermeister gewesen. Unter den Nazis als Sozialdemokrat verfolgt, war Adolf Heidenreich schon 1933 in ein provisorisches Lager für missliebige Regimegegner in Bockhornerfeld gekommen. Im August 1944 war der Zimmererpolier dann ins Konzentrationslager Neuengamme verschleppt worden, später wieder freigekommen.

Die Zeit der Verfolgung hatte Sohn Walter geprägt. Auch die Verhaftung des Vaters durch die Gestapo hatte er miterlebt. Der damals 13-Jährige war damals vergeblich zum Amtsgerichtsgefängnis am Schlossplatz gelaufen, wo er den Vater vermutete. Nach dem Krieg wurde Adolf Heidenreich erster demokratisch legitimierter Bürgermeister in Varel, vertrat den Landtagswahlkreis Varel bis zu seinem Tod 1958. Sohn Walter wurde von den Vareler Genossen gefragt, ob er nicht kandidieren wolle.

1961 kandidierte Heidenreich erstmals, später mehrere Male als Spitzenkandidat seiner Partei für Stadtrat und Kreistag. Er war zeitweilig stellvertretender Bürgermeister und stellvertretender Landrat in Friesland. Dabei hielt sich der gelernte Tischler an die Parteiräson: „Ich bin immer ein Parteisoldat gewesen und bleibe im Hintergrund“, ist sein Credo. Die meiste Zeit seiner Ratszugehörigkeit war Heidenreich Vertreter der Mehrheitsfraktion. So kam Opposition gelegentlich aus den eigenen Reihen. Als Vorsitzender des Vareler SPD-Ortsvereins hatte er mit den Genossinnen zu tun, die wegen der Frauenquote gegen die Aufstellung von Listen zur Kommunalwahl vor Gericht zogen. Und 2009 führte ein Streit in der SPD-Fraktion zum Ausschluss von sechs Genossen – und dem Verlust der Mehrheit.

Heidenreichs Kollege Erich Hillebrand kam als Kind im Zuge der Kriegswirren mit seiner Familie nach Varel. 1970 begann der gelernte Tischler über den zweiten Bildungsweg Arbeitsrecht und Wirtschaftspolitik zu studieren. Er arbeitete als Sekretär beim DGB in Oldenburg.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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