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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Weggefährten trauern um Oldenburger Politiker Ralf Briese

11.10.2011

OLDENBURG Mit großer Trauer und Betroffenheit reagierten Freunde und Weggefährten auf den Tod Ralf Brieses. Der Abgeordnete und Ratsherr der Grünen hatte sich am Wochenende das Leben genommen (NWZ  berichtete). In der Woche zuvor hatte der 40-jährige Politiker noch von Kramermarkt bis zur Theatereröffnung viele offizielle Verpflichtungen wahrgenommen.

Fröhlich und gut gelaunt saß er noch bei der Kramermarkts-Eröffnung auf der Tribüne und schlug scherzend Weser-Ems-Bus-Chef Helmut Fokkena als grünen OB-Kandidaten vor. Was nur wenige enge Freunde wussten – hinter der fröhlichen Fassade steckte eine depressive Seele. Im vergangenen Jahr war er bereits für längere Zeit in Behandlung gewesen.

Einer der letzten Termine des Politikers war vermutlich am Freitagnachmittag die Jubiläumsfeier des Oldenburger Mädchenhauses. Dort hatte ihn auch der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf getroffen. Umso mehr erschütterte es ihn, als er am Montag in der NWZ  vom Tod des 40-Jährigen las. „Wir haben acht Jahre zusammen im Landtag gesessen, und ich habe noch seine launige Rede über die plattdeutsche Sprache im Ohr“, sagte Wulf, der von einem großen Verlust für die Politik in Oldenburg spricht. Er erinnert sich aber auch daran, dass Ralf Briese Ende vergangenen Jahres darüber nachgedacht hatte, sich aus der Politik zurückzuziehen. Es sei auch über Burn-out gesprochen worden. „Ich sehe Parallelen zum Fall der Berliner Richterin Kirsten Heisig.“ Ebenso wie die Juristin zählte Ralf Briese zu den besonders Engagierten.

SPD-Chef Jürgen Krogmann äußerte sich ebenfalls bestürzt. „Ralf Briese war ohne Zweifel einer der profiliertesten Innen- und Rechtspolitiker im Landtag. Seine erfrischende Art und sein Humor werden uns allen sehr fehlen.“ Und CDU-Kreisvorsitzender Olaf Klaukien bezeichnete ihn als einen der „sympathischsten Menschen in der politischen Landschaft“.

Auch der Abgeordnete Hans-Henning Adler (Linke) spricht von Fassungslosigkeit und von einem großen Verlust. „Ich habe ihn immer als sympathischen Kollegen, klugen Kopf und begabten Redner geschätzt.“

„Er war mir jahrelang ein hervorragender Mitarbeiter und bis heute ein guter und wirklicher Freund“, schreibt die frühere Bundestagsabgeordnete Thea Dückert von den Grünen im digitalen Kondolenzbuch unter www. NWZTrauer.de.

Der Verein Konfliktschlichtung trauert um sein Kuratoriumsmitglied. Unter Mitwirkung Brieses sei der Fortbestand des Vereins gesichert worden, hieß es. Getrauert wird auch im Hansa Ring, wo der 40-Jährige wohnte. Nachbarn beschrieben ihn als freundlichen und hilfsbereiten Menschen.

Anerkennung genoss der Politiker auch bei der Polizei. Vor fünf Jahren absolvierte er auf der Dienststelle am Friedhofsweg ein mehrtägiges Praktikum. Als kompetenten Ansprechpartner kannten die Verantwortlichen der Oldenburger JVA den Innen-Experten. Wiederholt trat Ausdauersportler Briese auch beim Marathon im Gefängnis an. Angemeldet hatte er sich übrigens auch für den City-Lauf.

Die Grünen hatten – wie üblich – am Montag eine Mitgliederversammlung abhalten wollen. Statt der Versammlung gab es in der Geschäftsstelle ein Treffen, um sich gemeinsam zu erinnern und zu trauern.

Trotz seines überraschenden Todes, der alle Ratskollegen geschockt hat, ging das Tagesgeschäft am Montag weiter. Der Verwaltungsausschuss tagte – mit einer Trauerminute für Ralf Briese.

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