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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Wenn die Erde zu beben beginnt

03.05.2016

Oldenburg /Pokhara Fenster klirren, einzelne Ziegelsteine lösen sich von den Dächern, zerbrechen auf der Straße. Die Erde bebt. Tobias Scholz hat dieses Horrorszenario eines jeden Urlaubers selbst miterlebt – vor einem Jahr bei dem schweren Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 .

Der Oldenburger, der Politikwissenschaften und Geschichte an der Universität Göttingen studiert, reiste nach einem Auslandssemester in Indien durch das kleine Land im Himalaya. Besuchte die Tempelanlagen der Hauptstadt Kathmandu – nur gut 80 Kilometer vom Epizentrum des Bebens, das kurz darauf gut 8800 Leben kosten sollte. „Auf dem gesamten Tempelgelände ertönte ruhige buddhistische Musik“, erinnert er sich ein Jahr später. „Um nichts in der Welt hätten wir vermutet, dass diese Ruhe und Gelassenheit durch irgendetwas zu stören sein könnte.“ – Doch sie sollte schon wenige Tage später gestört werden.

Für Tobias und seine Begleiter bedeutete ihre Rundreise letztlich Glück im Unglück: Zwei Tage vor dem Beben verließen sie Kathmandu in Richtung Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals. Dort sollte das Erdbeben nicht so zerstörerisch wüten wie in Nepals Hauptstadt – verschont aber blieb die Stadt nicht. „Wir waren zu dritt unterwegs, als es auf einmal laut wurde“, berichtet Scholz. „Fensterläden um uns herum haben geklirrt, der Bordstein hat immer heftiger geschwankt.“ Die drei Jungs flüchteten sich in die Straßenmitte. Angesichts dieser unbekannten Situation hätten sie sich nur entgeistert angeschaut, ohne zu begreifen, was vor sich geht. „Mir wurde schwindelig.“

Schlimmer noch als das erste und schwerste Beben seien für den Oldenburger und seine Begleiter die Nachbeben gewesen. „Nachts im Hotel war es am schlimmsten“, weiß Scholz noch genau. Die Bilderrahmen seien fast von den Wänden gefallen und durch die Schwankungen habe es im Raum keine Fixpunkte mehr gegeben.

Obwohl sie nicht einmal wussten, ob die Straßen um die Stadt noch existierten, versuchten die drei die Region schnellstmöglich zu verlassen. „Wir wollten nur noch da raus, aber niemand wusste etwas und auch das auswärtige Amt war nicht zu erreichen.“ Vorbei an verunglückten Lkws und Autos schafften sie es aus der Stadt – und letztlich unbeschadet zurück nach Deutschland. Nepal lässt den Studenten trotzdem nicht los: „Ich verfolge das weiter über soziale Netzwerke und eine Freundin, die da gute Kontakte hat“, so der Oldenburger. „Es ist schlimm, wie schleppend der Aufbau dort läuft.“

Désirée Senft Volontärin / NWZ-Redaktion
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