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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Sommerreise: „Wind ist der neue Rohstoff des Nordens“

23.06.2017

Höchstes Lob für Oldenburger Forscher

Mehrere Stunden informierte sich am Donnerstag Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf dem Campus der Uni Oldenburg über den Stand der Energieforschung, einschließlich der Windenergie. Den Oldenburger Wissenschaftlern attestierte Weil, „eine der ersten Adressen der internationalen Forschung“ zu sein.

Gerade Windenergie werde in Zukunft „eine der tragenden Säulen der Energieversorgung sein“, sagte Weil. Die Uni Oldenburg trage maßgeblich „zum Gelingen der Energiewende“ bei.

Frage: Herr Weil, im Windkanal der Uni Oldenburg bei For Wind standen Sie im Sturm. Wie fühlt sich ein Ministerpräsident in schweren Turbulenzen?

Weil: Wie ein typischer Niedersachse: sturmfest und erdverwachsen. Und mit Gegenwind lernt man in der Politik umzugehen.

Frage: Aber die Vorwürfe in diversen Vergabe-Affären sind schon turbulent!

Weil: Echte Turbulenzen sehen anders aus. Nein, es geht mir richtig gut und meine Arbeit macht mir Spaß. Niedersachsen kommt gut voran. Und wenn wir bei einem Thema Ärger haben, klären wir alles selber auf. Wir haben doch selbst den Anspruch, uns an Regeln zu halten.

Frage: Das Ergebnis: Eine Staatssekretärin musste gehen, ein Pressesprecher auch und die Regierungssprecherin steht momentan schwer im Gegenwind der Opposition...

Weil: Die Sachverhalte klären wir selbst konsequent auf, dafür brauchen wir nicht die Opposition, obwohl sie natürlich dafür da ist, der Regierung auf die Finger zu schauen.

Frage: Wird es weitere personelle Konsequenzen geben?

Weil: Nein, das sehe ich nicht.

Frage: Wie bewerten Sie den Besuch bei der Uni Oldenburg? Sie waren auch bei Next Energy.

Weil: Ich war aus gutem Grund in Oldenburg. Hier ist das Zentrum für Energieforschung in Niedersachsen, gerade auf dem Gebiet der Windenergieforschung. Dieser Bereich hat für Niedersachsen eine hohe strategische Bedeutung. Wind ist der neue Rohstoff des Nordens. Mit immenser Bedeutung für die Zukunft und auch für den Klimaschutz. Ich freue mich sehr, dass der gesamte Nordwesten zu den Gewinnern der Energiewende gehört.

Frage: Kann und will sich die Landesregierung in diesem Bereich noch stärker engagieren?

Weil: Ja! Davon kann jeder ausgehen. Wir werden die Energieforschung in Niedersachsen noch intensiv weiterentwickeln.

Frage: Was ist noch möglich?

Weil: Ich will den Forschern und Wissenschaftlern nicht vorgreifen. Aber Niedersachsen gehört zu den Pionieren bei den Erneuerbaren Energien. Kürzlich hatte die NWZ eine herausragend gute Übersicht erstellt, wie gut die Energiewirtschaft im Nordwesten aufgestellt ist. Ich habe diesen Bericht allen zur Lektüre empfohlen. Eine exzellente Arbeit. Und auf diesem Weg wollen wir weitermachen. Das Projekt Enera beispielsweise zeigt, in welcher Energielandschaft wir in den nächsten Jahrzehnten leben werden. Das Projekt läuft ganz und gar auf Basis der erneuerbaren Energien. Günstig und zuverlässig.

Frage: Was halten sie vom EWE-Plan, einen riesigen Batterie-Speicher in einer Kaverne unterzubringen?

Weil: Speicherkapazitäten sind im Moment der Flaschenhals der Energiewende. Wir wissen mittlerweile genau, wie Strom günstig aus Wind produziert werden kann. Aber zeitlich eher unregelmäßig. Deshalb brauchen wir kluge Speicherlösungen. Dazu leisten die Ideen von EWE einen sehr guten Beitrag. Ich würde mich freuen, wenn es gelingt, die vielen Kavernen in Niedersachsen einer weiteren Nutzung zuzuführen. Strom umzuwandeln und zu speichern für eine spätere Nutzung – das ist die Perspektive der Zukunft.

Frage: Apropos Zukunft: Eine fantastische Idee kommt aus den Niederlanden – eine künstliche Insel mitten in der Nordsee im Dreieck zwischen Großbritannien, Dänemark und Deutschland/Niederlande als Zentrale für alle Windenergiefelder in der gesamten Region. Was sagen Sie dazu?

Weil: Die Landesregierung unterstützt diese Idee sehr! Das ist ein hochambitioniertes Projekt, dessen Realisierung noch viele Jahre dauern wird. Niedersachsen wird dabei sein, ebenso die EU. Es ist ein wirtschaftlich sehr spannendes Vorhaben, den gesamten Nordseeraum mit Energieleitungen zu verbinden: Eine Insel als Drehscheibe, die je nach Bedarf Strom liefert. Allerdings macht die Entscheidung der Briten für den Brexit so ein Zukunfts-Projekt nicht leichter.

Frage: Was genau soll die Insel leisten?

Weil: Da die Wassertiefe auf der Doggerbank in der Größenordnung von Mecklenburg-Vorpommern teilweise nur 15 Meter beträgt, wäre es ein idealer Standort für Windräder. Aber von dort und dorthin könnten große Stromtrassen laufen – eine Verteilstation für Strom in ganz Europa. Wir unterstützen diese Vision.

Frage: Wäre es die nächste niedersächsische Insel in der Nordsee?

Weil (Lacht): Nein, ich fürchte, dass die Insel nicht mehr im deutschen Hoheitsgebiet liegen wird.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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