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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Wirbel um Schuläußerung von Anja Piel

18.03.2015

Hannover /Hameln Die Erklärung kommt gewunden, nicht wie ein ausgesprochenes Dementi. Grünen-Fraktionschefin Anja Piel bestätigt am Dienstag, „dass ich mich im Rahmen einer Debatte zur Schulentwicklungsplanung in meiner Region Hameln klar dafür ausgesprochen habe, dass alle Kinder die gleichen Bildungschancen haben müssen.“ Sind dabei auch diese Sätze gefallen, die die Deister-Weser-Zeitung zitiert: „Eltern mit hohem Einkommen wollen ihre Kinder immer noch von den Schmuddelkindern fernhalten“. Kinder aus einkommensschwachen Familien müssten die gleichen Bildungschancen erhalten „wie Unternehmer-Kinder, die sich jetzt an Gymnasien zusammenrotten“. Piel hält dagegen: „Durch andere Zitate, die nicht im entsprechenden Kontext stehen, fühle ich mich falsch zitiert.“

Die Deister-Weser-Zeitung hält an ihrer Berichterstattung fest. „Bis zur Stunde hat sich Frau Piel nicht bei uns gemeldet und eine Korrektur verlangt“, erklärt der stellvertretende Chefredakteur Thomas Timm gegenüber dieser Zeitung.

Der Philologenverband, der mehrheitlich die Lehrer an Gymnasien vertritt, steht auf den Barrikaden, spricht von „Tiraden der grünen Fraktionsvorsitzenden“ gegenüber Gymnasien. „Solche ebenso grotesk unwahren wie verleumderischen Äußerungen sind von Hass gegen die in der Bevölkerung beliebte und erfolgreiche Schulform Gymnasium geprägt“, zeigt sich der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz, tief getroffen. Wer das Gymnasium heute noch als Schule für Kinder reicher Eltern wahrnehme oder gar als Schule von Unternehmerkindern beschimpfe, „hat jeden Bezug zur Realität der heutigen Schule verloren“. Audritz weiter: „Da paart sich pure Ideologie mit totaler Faktenignoranz in geradezu sträflicher Weise.“

Der CDU-Schulexperte Kai Seefried spricht von einem „Affront gegenüber den Gymnasien“. Piel offenbare „die wirkliche Denkweise der Grünen“, sagte Seefried dieser Zeitung. Die Partei kehre zu den „Klassenkampfparolen der Vergangenheit zurück“. Die CDU werde diese Äußerungen „auf jeden Fall noch im Landtag aufgreifen“, versichert der CDU-Abgeordnete.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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