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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Bundespräsident Steinmeier besucht Ostfriesland

10.04.2019

Wittmund „Bitte hier entlang, Herr Bundespräsident!“ – hieß es am Dienstag öfter, als Frank-Walter Steinmeier im Landkreis Wittmund unterwegs war und sieben Stationen an einem Tag besuchte. Er begab sich auf Tour – unter dem Motto „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“ schaute er dort vorbei, wo die Zukunft der Region entsteht. Das gilt in Sachen Natur: beim Naturschutzhof Wittmund; in Sachen Integration und Jugend: bei der Sozialen Integrationswerkstatt des Landkreises Wittmund, oder beim Thema Wirtschaft: bei der Firma „Wittmunder Klinker“ mit Sitz in Neuschoo.

Wann war er wo? Und was sagten die Unternehmen, Projekte und Einrichtungen zum Besuch.

9.25 Uhr: Klinkersteine und heiße Öfen

Wittmunder Klinker gibt es auch in Berlin. Wo sie herkommen, das erfuhr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstagmorgen in Begleitung seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Klinkerwerk Neuschoo. Firmeninhaber Klaus Müller hieß den Bundespräsidenten und seine Begleiter, darunter auch die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, zum Rundgang durch die Produktionshallen willkommen. An einzelnen Stationen blieb etwas Zeit für Gespräche mit den Mitarbeitern. 25 Mitarbeiter sind im Werk beschäftigt. „Uns ist die Zukunft des Betriebes sehr wichtig, das gilt insbesondere beim Thema Ausbildung“, erklärte Geschäftsführer Klaus Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Passend dazu ist das Motto der Bundespräsidenten-Tour – immerhin geht es auch ihm um die Zukunft ländlicher Räume.

10.45 Uhr: Ein Ruf aus dem Wald

„Guck mal, die Kamera!“, „Hallooooo“ und wildes Gewinke fangen die Kameras der rund 15 Journalisten ein. Doch der Nachwuchs ist nicht die Hauptattraktion. Denn die Journalisten sind für den Mann gekommen, der in der Kinderschar fast unterzugehen droht: Bundespräsident Steinmeier, der Halt im Naturschutzhof Wittmunder Wald macht. Nach einer Vorstellung der Institution, bekommt Steinmeier einen Einblick in die praktische Arbeit. So lässt er sich u.a. alles über die derzeitige Blühhecken-Pflanzung sowie die neue Totholzhecke erklären während seine Frau Elke Büdenbender mit den Kindern ins Gespräch kommt. Der Höhepunkt ist ein besonderes Walderlebnis. Ein Spiegel wird waagerecht unter die Augen gehalten, sodass einen der Blick auf die Spiegeloberfläche bis in die Wipfel trägt – ganz ohne Halsverrenken. So nehmen die Kinder den Bundespräsidenten an die Hand und führen ihn behutsam durch ein kleines Waldstück, lotsen ihn über Stöcke und Wurzeln, während er den Wald und die Atmosphäre genießen kann. Ein wenig Verschnaufpause wird ihm und seiner Entourage gut getan haben, denn das Tagesprogramm ist straff.

12 Uhr: Kann Integration gelingen?

Gut vorbereitet empfing Cornelia Kleen-Ottersberg, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule Wittmund, den Bundespräsidenten und seine Frau in der Sozialen Integrationswerkstatt in Wittmund. Es gibt Jugendliche hier, die vor allem auch Probleme mit den Tugenden haben, erklärte Kleen-Ottersberg. „Bestimmt können Sie aber doch in einer so kleinen Einrichtung viel besser mit den Teilnehmern arbeiten“, sagte Steinmeier, der sich Zeit nahm, mit den Jugendlichen, die teilweise nach Deutschland geflüchtet sind, das Gespräch zu suchen. Vor allem in der Jugendwerkstatt zeigte sich das Paar Steinmeier/Bündenbender sehr interessiert. Es wollte wissen, wie lange die Jugendlichen an dem Projekt teilnehmen und vor allem, was sie beruflich machen wollen. „Das Baugewerbe verdient doch sehr gut“, riet Steinmeier den Jugendlichen lächelnd.

14 Uhr: Das gedruckte Wort

Es ist schon kurz nach 14 Uhr als Harlinger-Redaktionsleiter Klaus-Dieter Heimann und Brune-Mettcker-Geschäftsführer Helmut Loerts-Sabin den Bundespräsidenten und dessen Gattin vor dem Wittmunder Verlagshaus in Empfang nehmen können. Das Staatsoberhaupt kürzt das 60 minütige Redaktionsgespräch indes nicht ab und nimmt sich die Zeit, jeden im Raum persönlich zu begrüßen. Ohnehin hat das Protokoll kurzzeitig Pause – es entwickelt sich eine lockere Fragerunde, an der überwiegend junge Kolleginnen teilnehmen. „Wie schaffen Sie es“, fragt Elke Büdenbender, „junge Menschen dazu zu bewegen, wieder gedruckte Zeitungen zu lesen?“ Der Diskurs über die Digitalisierung der Medienhäuser ist in Gange. Er selbst, sagt Steinmeier, bevorzuge das Haptische einer gedruckten Ausgabe – das gilt auch für sein Heimatblatt: die Lippische Landes-Zeitung. Aber, bedauert er, meist müsse er sich aus Zeitgründen mit einem Pressespiegel begnügen.

16 Uhr: Gemüse auf Rädern

„Wann waren Sie das letzte Mal auf dem Wochenmarkt?“, fragte Alfred Iken Bundespräsidenten Steinmeier in Buttforde, wo das Staatsoberhaupt den mobilen Wochenmarkt von Beschicker Iken und seinen Kollgen besuchte. Es sei Jahre her, antwortete der Bundespräsident, der ohne seine Sicherheitsbeamten keinen Schritt mehr vor die Tür machen kann. „Ich gehe regelmäßig und kaufe gerne bei meinen Stammanbietern“, sagte Steinmeiers Frau Elke Büdenbender. Beide zeigten sich wie auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ganz volksnah auf dem Markt und anschließend beim Besuch des Dorfgemeinschaftshauses. Iken erklärte den Dreien, wie wichtig der mobile Wochenmarkt, ein Projekt, das im Rahmen von Land(auf)schwung gefördert wird, für die ländliche Region ist. Mit Buttforde, Blersum und Upschört sind drei neue Stationen zu den bestehenden 13 dazugekommen.

16.45 Uhr: Medizinische Versorgung

Die unzureichende medizinische Versorgung in ländlichen Regionen wird immer mehr zum Problem. Über dieses Thema sprach der Bundespräsident mit dem Vorsitzenden der Kreisärzteschaft Wittmund, Dr. Wolfram Nagel, am Nachmittag in dessen Praxis in Esens.

Einen besseren Ansprechpartner hätte man dafür kaum finden können, denn Dr. Nagel engagiert sich seit langer Zeit dafür, junge Mediziner in die Region zu holen. So investiert die Praxis unter anderem seit etwa acht Jahren viel Zeit und Energie in die Aus- und Weiterbildung. 2011 gründete Dr. Nagel mit acht Allgemeinpraxen und dem Krankenhaus in Wittmund die „Verbundweiterbildung-Nordsee“.

18.30 Uhr: „Der soziale Kitt“

Abschließend ging es für den Bundespräsidenten gegen 18.30 Uhr zum Empfang der Ehrenamtlichen im Hayungshof in Dunum. Der Pressesprecher des Landkreises Wittmund, Ralf Klöker, betonte den hohen Stellenwert des Ehrenamtes gegenwärtig wie auch zukünftig. Besonders erfreulich sei der Besuch von Steinmeier, da „das Ehrenamt der soziale Kitt für den Landkreis ist. Das ehrenamtliche Moment funktioniert noch sehr gut“, erklärte Klöker. Doch viele Vereine und Verbände, wie Feuerwehren oder Heimatvereine haben mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Ehrenamtliche brauche der Landkreis jedoch, um das Dorfleben erhalten zu können.

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