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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Fregatte „Niedersachsen“ startet zu letzten Einsatz

17.07.2014

Wilhelmshaven Nein – zur Routine wird so ein Abschied nie. Egal, ob Sohn oder Tochter, ob Lebensgefährtin, Ehemann oder Vater, egal, ob die Reise ins Mittelmeer oder den Nordatlantik geht, egal, ob harmlose Übungen oder Piraten- beziehungsweise Terrorbekämpfung auf dem Programm stehen – wenn es gilt, im Marinestützpunkt Abschied von Soldatinnen und Soldaten vor dem Einsatz zu nehmen, sind große Emotionen dabei, geht es um Angst, Sorge, Trennungsschmerz, Hoffnung und gute Wünsche.

Und bei der Schiffsbesatzung mischt sich manchmal ganz leise auch etwas Vorfreude auf die folgende Seefahrt in die Abschiedsstimmung. So am Mittwoch, als die Fregatte „Niedersachsen“ vom Heimathafen Wilhelmshaven aus auf eine Reise ging, die sie zunächst an die Ostküste Amerikas und später ins östliche Mittelmeer führen wird, bevor es dann kurz vor Weihnachten wieder zurück nach Wilhelmshaven geht.

Das Besondere an dem Abschied am Mittwoch war jedoch, dass es ein beträchtliches Stück Wehmut gab, das sich in das komplizierte Stimmungsbild mischte. Schließlich ist es die letzte Seefahrt der 30 Jahre alten Fregatte, die nach diesem Einsatz dann außer Dienst gestellt wird.

Für einen Teil der Soldaten geht damit ein wichtiger Abschnitt ihres Lebens zu Ende. Und wer zehn oder mehr Jahre zur Besatzung gehört hat, verliert mit der „Niedersachsen“ nicht nur seine berufliche Heimat, sondern auch den privat-persönlichen Mittelpunkt des Lebens. Bei 180 Tagen auf See, so im vergangenen Jahr, ist man schließlich mehr mit den Kameraden auf dem Schiff als mit der eigentlichen Familie zusammen.

Kommandant Kurt Leonards richtete vor dem Auslaufen den Blick nach vorn und erinnerte daran, dass die „Niedersachsen“ in den kommenden Wochen Teil der Einsatzreserve der Nato sei und deshalb jederzeit einen neuen Auftrag erhalten könne. „Deshalb werden wir guter Dinge und mit Besonnenheit an die kommenden Aufgaben gehen“, ergänzte der 46-jährige Fregattenkapitän.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), der von Leonards als „Freund der Soldatinnen und Soldaten der ,Niedersachsen’“ begrüßt worden war, formulierte gute Wünsche der Landesregierung für den Einsatz – und versprach, dass sich die Landesregierung „mit Nachdruck“ dafür einsetzen werde, dass es baldmöglichst wieder ein Marineschiff mit dem Namen „Niedersachsen“ geben werde. Als „Wegzehrung“ hatte er vier Kartons mit kulinarischen Köstlichkeiten dabei – von der Menge her für eine komplette Schiffsbesatzung zwar etwas spärlich, aber als nette Geste akzeptiert.

Die kommenden Monate werden für die Besatzung viel Abwechselung bringen. Die „Niedersachsen“ wird mit einem amerikanischen Kreuzer und einer türkischen Fregatte einen Nato-Verband bilden, der von einem US-Admiral geführt wird. Im Rahmen der verschiedenen Übungen werden auch Teile der Besatzungen ausgewechselt, so dass es wechselseitige Einblicke in Kulturen und Verfahrensabläufe geben kann.

Intensive oder gar wehmütige Rückblicke auf die lange Geschichte der „Niedersachsen“ hält Kommandant Leonards derzeit noch für verfrüht: „Zurzeit stehen wir noch mitten im Leben und stehen mit beiden Beinen auf einem funktionsfähigen Schiff.“ – Und die letzte Seefahrt der „Niedersachsen“ darf nach Leonards’ Ansicht auch genossen werden.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-region 
Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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